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Landesvorschriften und Landesrechtsprechung


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Inhalt
Aktuelle Gesamtausgabe
Änderungshistorie
Amtliche Abkürzung:ÖkokontoVO
Ausfertigungsdatum:23.05.2008
Gültig ab:13.06.2008
Gültig bis:10.06.2018
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Fundstelle:GVOBl. 2008, 276
Gliederungs-Nr:791-4-222
Landesverordnung über das Ökokonto, die Einrichtung des
Kompensationsverzeichnisses und über Standards für Ersatzmaßnahmen
(Ökokonto- und Kompensationsverzeichnisverordnung - ÖkokontoVO)
Vom 23. Mai 2008
Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 12.06.2013 bis 10.06.2018

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 10 geändert (LVO v. 26.04.2013, GVOBl. S. 219)

Aufgrund des § 12 Abs. 8 des Landesnaturschutzgesetzes (LNatSchG) vom 6. März 2007 (GVOBl. Schl.-H. S. 136, ber. S. 250), zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 13. Dezember 2007 (GVOBl. Schl.-H. S. 499), verordnet die Landesregierung:

§ 1

Anwendungsbereich

Diese Verordnung regelt Inhalt, Verfahren und Anrechnung als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme bei künftigen Eingriffen (Öko-Konto), die Einrichtung des Kompensationsverzeichnisses sowie Standards für Ersatzmaßnahmen.

§ 2

Verfahren der Aufnahme in das Ökokonto

(1) Jede juristische oder natürliche Person kann einen Antrag zur Aufnahme von Maßnahmen in das Ökokonto gemäß § 16 Abs. 1 BNatSchG stellen.

(2) Der Antrag ist in Text und Karte bei der unteren Naturschutzbehörde zu stellen, in deren örtlichem Zuständigkeitsbereich die betreffende Fläche liegt. Der Antrag muss Angaben enthalten über:

1.

Name und Anschrift der Antragstellerin oder des Antragstellers (Maßnahmeträger) und, falls hiervon abweichend, der Eigentümerin oder des Eigentümers der Fläche einschließlich ihrer oder seiner Zustimmung zum Antrag, Angaben über die Verfügbarkeit der Fläche (Grundbuchauszug, bestehende Pachtverträge), sonstige öffentliche oder privatrechtliche Auflagen oder Verpflichtungen sowie eventuelle Förderungen,

2.

Lage und Größe der Fläche (Gemeinde, Gemarkung, Flur, Flurstück) sowie eine kartographische Darstellung auf Grundlage der Topographischen Karten 1:25000 und der Deutschen Grundkarte 1:5000 sowie ein Flurkartenauszug,

3.

den Ausgangsbiotop (derzeitiger Zustand) gemäß Anlage 1, Anhang 1,

4.

den Zielbiotop gemäß Standardliste der Biotoptypen in Schleswig-Holstein, die erforderlichen Maßnahmen zur Zielerreichung sowie gegebenenfalls besonderer Maßnahmen für den Artenschutz,

5.

Angaben, ob die Fläche innerhalb der Eignungsbereiche zum Aufbau des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems des Landes liegt und

6.

die Einwilligung des Maßnahmeträgers und gegebenenfalls der Eigentümerin oder des Eigentümers der Fläche zur Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten.

(3) Die Naturschutzbehörde prüft, ob von der zur Aufnahme in ein Ökokonto vorgesehenen Maßnahme dauerhaft günstige Wirkungen auf die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild ausgehen. Die Maßnahme muss insbesondere

1.

geeignet sein, die durch zukünftige Eingriffe beeinträchtigten Funktionen des Naturhaushaltes in gleichwertiger Weise zu ersetzen oder das Landschaftsbild landschaftsgerecht neu gestalten zu können,

2.

auf einer Fläche durchgeführt werden, die tatsächlich in naturschutzfachlicher Hinsicht aufwertungsfähig ist und innerhalb des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems in der Regel eine Mindestgröße von 5 000 Quadratmetern und außerhalb des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems in der Regel eine Mindestgröße von 10 000 Quadratmetern aufweist,

3.

die abweichend von § 16 Abs. 1 Nr. 4 BNatSchG die Anforderungen der Landschaftsplanung berücksichtigen und

4.

den Festsetzungen der Bauleitplanung Rechnung tragen.

Umfassen die Maßnahmen Waldflächen oder Neuwaldbildungsflächen, entscheidet die Naturschutzbehörde über den Antrag zur Aufnahme in das Ökokonto im Benehmen mit der unteren Forstbehörde.

(4) Die Naturschutzbehörde setzt bei Aufnahme der Fläche in das Ökokonto den Anrechnungsfaktor fest und ermittelt den Basiswert gemäß Anlage 1 dieser Verordnung.

(5) Die Daten werden in das Kompensationsverzeichnis gemäß § 7 aufgenommen.

§ 3

Rechte und Pflichten des Maßnahmeträgers

(1) Der Maßnahmeträger kann ohne Angabe von Gründen die Löschung seiner Maßnahme oder eines Teils seiner Maßnahme aus dem Ökokonto verlangen, sofern für diese Maßnahme oder einen Teil der Maßnahme noch keine Anrechnung für einen Eingriff erfolgt ist.

(2) Für eine Änderung des Zielbiotops einschließlich der erforderlichen Maßnahmen zur Zielerreichung und besonderer Maßnahmen für den Artenschutz nach § 2 Abs. 2 Nr. 4 vor Anrechnung der Maßnahme aus dem Ökokonto ist die Zustimmung der Naturschutzbehörde, die die Maßnahme in das Ökokonto aufgenommen hat, einzuholen.

§ 4

Anrechnung einer Maßnahme
aus dem Ökokonto

(1) Voraussetzungen für die Anrechnung einer Maßnahme aus dem Ökokonto als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme sind:

1.

die flächenbezogene Festsetzung von Art und Umfang der aus einem Ökokonto anzurechnenden Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen bei der Genehmigung des Eingriffs gemäß § 17 Abs. 3 BNatSchG oder § 11 Abs. 2 und 3 LNatSchG oder bei der Entscheidung über die Zulassung oder Durchführung eines Eingriffs nach § 17 Abs. 1 BNatSchG,

2.

das Vorliegen einer schriftlichen Zustimmungserklärung des Maßnahmeträgers und, falls hiervon abweichend, der Eigentümerin oder des Eigentümers der Flächen aus dem Ökokonto und

3.

die grundbuchliche Sicherung der für Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen beanspruchten Maßnahmen aus dem Ökokonto oder ihre Überführung in das Eigentum einer öffentlichen Stelle oder einer Stiftung, in deren Satzung als Zweck der Stiftung der Erwerb oder die langfristige Pachtung für den Naturschutz besonders geeigneter Grundstücke, deren Verwaltung sowie der Schutz und gegebenenfalls die Entwicklung der Natur auf diesen Grundstücken enthalten ist.

(2) Die Höhe der Anrechnung der Maßnahme aus dem Ökokonto als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme bestimmt nach Prüfung des Entwicklungszustandes die Naturschutzbehörde, die für die Eingriffsgenehmigung nach § 17 Abs. 3 BNatSchG in Verbindung mit § 11 Abs. 2 und 3 LNatSchG oder für die Erteilung des Einvernehmens über die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach § 17 Abs. 1 BNatSchG in Verbindung mit § 11 Abs. 1 LNatSchG örtlich zuständig ist, gemäß Anlage 1 dieser Verordnung. Die Maßnahme wird, sobald der Bescheid über die Zulässigkeit des Eingriffs bestandskräftig geworden ist, aus dem Ökokonto ganz oder entsprechend der Anrechnung teilweise ausgebucht.

§ 5

Pflichten der Naturschutzbehörde

Die für die Eingriffsgenehmigung gemäß § 17 Abs. 3 BNatSchG oder § 11 Abs. 2 und 3 LNatSchG oder für die Erteilung des Einvernehmens über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gemäß § 17 Abs. 1 BNatSchG in Verbindung mit § 11 Abs. 1 LNatSchG zuständige Naturschutzbehörde muss in den jeweiligen Verfahren darauf hinwirken, dass unter Beachtung des Vermeidungsgebots des § 13 BNatSchG geeignete Maßnahmen aus den Ökokonten berücksichtigt werden.

§ 6

Handelbarkeit

Der Maßnahmeträger kann die Rechte und Pflichten aus dem Ökokonto ganz oder teilweise auf andere juristische oder natürliche Personen übertragen. Die Übertragung ist der Naturschutzbehörde anzuzeigen, die die Maßnahme in das Ökokonto aufgenommen hat.

§ 7

Führung des Kompensationsverzeichnisses

(1) Im Kompensationsverzeichnis werden die für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bestimmten Flächen gemäß § 17 Abs. 6 BNatSchG in Verbindung mit § 11 Abs. 8 LNatSchG sowie Maßnahmen des Ökokontos geführt. Nach Ausbuchung einer Maßnahme aus dem Ökokonto erfolgt ihre Führung als Ausgleichs- oder Ersatzfläche.

(2) Die für die Zulassung von ausgleichs- oder kompensationspflichtigen Vorhaben zuständige Behörde teilt der unteren Naturschutzbehörde, in deren örtlichem Zuständigkeitsbereich die für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bestimmte Fläche liegt, unverzüglich folgende Daten mit:

1.

die Lage der Fläche (Kreis, Gemeinde, Gemarkung, Flur, Flurstück),

2.

die Flächengröße,

3.

den Ausgangsbiotop,

4.

den Zielbiotop sowie bei Ökokonten den Basiswert gemäß § 2 Abs. 4,

5.

den Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Ausgleichs- beziehungsweise Ersatzmaßnahme; bei aus dem Ökokonto auszubuchenden Flächen ist der Zeitpunkt der Ausbuchung anzugeben,

6.

die Art und den Zeitpunkt der Sicherung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme,

7.

die geplanten Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen,

8.

die Ergebnisse und den Zeitpunkt der durchgeführten Effizienzkontrollen,

9.

die Art des den Eingriff verursachenden Vorhabens,

10.

den Träger des Vorhabens,

11.

die Aktenzeichen der Genehmigungs- und der Naturschutzbehörde.

(3) Die Daten nach Absatz 1 und 2 sowie die Daten aus dem Ökokonto werden bei der Naturschutzbehörde in eine zentrale Datenbank eingespeist.

§ 8

Standards für Ersatzmaßnahmen

Ersatzmaßnahmen für einen Eingriff müssen in derselben Raumeinheit gemäß Anlage 2 wie der Eingriff liegen. Abweichende Entscheidungen für Flächen in Randbereichen, die nicht vollständig in derselben Raumeinheit liegen, sind zulässig. Übersteigt der vorgesehene Flächenbedarf für Ersatzmaßnahmen insgesamt die Größe von 50 Hektar können im Einzelfall mit Zustimmung der obersten Naturschutzbehörde abweichend von den Sätzen 1 und 2 Ersatzmaßnahmen auch in der dem Eingriff benachbarten Raumeinheit erfolgen.

§ 9

Die Anlagen 1 und 2 sind Bestandteil dieser Verordnung.

§ 10

Die Verordnung tritt am 11. Juni 2018 außer Kraft. Die Verordnung und die daraus hervorgegangenen Maßnahmen werden, bevor die Verordnung außer Kraft tritt, auf ihre Wirksamkeit evaluiert.

§ 11

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

Die vorstehende Verordnung wird hiermit ausgefertigt und ist zu verkünden.

Kiel, 23. Mai 2008

Peter Harry Carstensen

Dr. Christian von Boetticher

Ministerpräsident

Minister

 

für Landwirtschaft, Umwelt und

 

ländliche Räume

Anlage 1

(zu § 2 Abs. 2, 4 und zu § 4 Abs. 2)

Bewertungsverfahren zur Anrechnung einer Maßnahme aus dem Ökokonto

Die Bewertung einer Maßnahme aus dem Ökokonto erfolgt auf Grundlage folgender Berechnung:

Basiswert + Zinsen + Zuschlag Artenschutz + Zuschlag Biotop + Zuschlag Lage = Ökopunkte

Erläuterung:

Basiswert: Produkt aus Flächengröße und Anrechnungsfaktor.

Flächengröße: Gesamtfläche der Maßnahme des Ökokontos in Quadratmetern Anrechnungsfaktor: der für den Ausgangsbiotop geltende Anrechnungsfaktor ist im Anhang 1 enthalten.

Zinsen: der Zinsfaktor beträgt 3% vom Basiswert für jedes vollendete Jahr gerechnet vom Tag der Einbuchung der Maßnahme in und ihrer Ausbuchung aus dem Ökokonto, höchstens jedoch 30%. Zinseszinsen werden nicht berücksichtigt.

Zuschlag Artenschutz: Werden zusätzlich Maßnahmen zur Förderung des Artenschutzes gemäß Anhang 2 dieser Anlage oder gemäß dem Artenhilfsprogramm durchgeführt, beträgt der Zuschlag 5 bis 70% vom Basiswert der Ökokonto-Maßnahme. Sollen sowohl der Zuschlag Artenschutz als auch der Zuschlag Biotop berechnet werden, kann sich der Zuschlag Artenschutz nur auf Maßnahmen beziehen, die nicht bereits durch die Maßnahmen im Zuschlag Biotop abgedeckt werden.

Zuschlag Biotop: Werden im Zielzustand schützenswerte Biotope nach § 30 Abs. 2 BNatSchG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 LNatSchG
unter Berücksichtigung der Landesverordnung über gesetzlich geschützte Biotope oder Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) (Anlage 1, Anhang 3) angestrebt, beträgt der Zuschlag 50 % vom Basiswert der ÖkokontoMaßnahme, wobei der Zuschlag auf die reine Biotopfläche nach Maßgabe der Landesverordnung entfällt.

Zuschlag Lage: Liegt die Ökokontomaßnahme innerhalb des Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem des Landes Schleswig-Holstein, beträgt der Zuschlag 10% vom Basiswert der Maßnahme.

Ökopunkte: drücken den Wert der Ökokonto-Maßnahme aus. 1 Ökopunkt entspricht einer Kompensation von 1 m².

Anhang 1:

Liste der Biotop- und Nutzungstypen (Ausgangsbiotope)

Biotop- und Nutzungstyp

Code

Anrechnungsfaktor als

Kompensationsfläche

für die Einbuchung in

das Ökokonto

 

 

 

Wälder, Gebüsche und Kleingehölze

 

 

Mesophytische Buchenwälder

WM

0,5-0

Bodensaure Buchenwälder

WLa

0,5-0

Eichen-Buchenwald

WLg

0,5-0

Gebüsche/Gehölze feuchter/frischer Standorte_

WGf

0,67-0,5

Eichenkratt

WNg

0,5-0

Sonstiger Niederwald

WNn

0,67-0

Eichen-Hainbuchen-Wald

WNc

0,5-0

Sonstige Laubwälder feuchter bis nasser Standorte

WFp

0,67-0,5

Sonstige Laubwälder frischer bis trockener Standorte*

WFI

0,67-0,5

Nadel-/Laub-Mischbestände

WFm

0,67-0,5

Nadelforsten

WFn

0,8-0,67

Sonstige Forstflächen

WFy

0,8-0,5

Pionierwald

WP

0,67

Weiden- und Birken-Pionierwald auf dauernassem Boden

WPs

0,67

Waldlichtungsflur

WO

0,8-0,67

Waldrand / Waldmantel

WR

0,67-0,5

 

 

 

Gehölze und sonstige Baumstrukturen

 

 

Sonstiges naturnahes Feldgehölz

HGy

0,67

Standortfremdes Feldgehölz(nicht heimische Arten)

HGx

0,8

herausragender Einzelbaum/Baumgruppe

HGb (A)

0,67

 

 

 

Baumreihe

HGr (S)

0,8-0,67

Streuobstwiese

HGo

0,67-0,5

 

 

 

Fließgewässer

 

 

Künstliche Fließgewässer / Gräben

FG

0,8-0,67

 

 

 

Stillgewässer

 

 

Tümpel / Flutmulde*

FT

0,8-0,67

Künstliche oder künstlich überprägte Stillgewässer

FX

0,8-0,5

 

 

 

Hoch- und Übergangsmoore

 

 

Abtorfungsbereich

MHx

0,8-0,5

 

 

 

Grünland

 

 

Mesophiles Grünland

GM

0,67-0,5

Magerwiesen, Magerweiden*

GMm

 

0,67-0,5

 

Flutrasen, Feuchtgrünland mittlerer Artenvielfalt*

GFf

 

0,67

Artenarmes Intensivgrünland

GI

0,8

 

 

 

Acker- und Gartenbau-Biotope

 

 

Acker, Ackergras

AA

1,0

Ackerwildkrautfluren, Ackerbrachen

AAk

0,8

Acker mit artenreicher Segetalflora

AAe+

0,8

Gartenbaufläche

AG

1,0

Baumschule

ABb

1,0-0,8

Weihnachtsbaum-Plantage

ABw

0,8

Obstplantage

AO

0,8-0,67

 

 

 

Ruderalfluren / Säume, Staudenfluren

 

 

Halbruderale Gras- und Staudenflur feuchter Standorte*

RHf

0,67

Halbruderale Gras- und Staudenflur mittlerer Standorte*

RHm

0,67

Halbruderale Gras- und Staudenflur trockener Standorte*

RHt

0,67-0,5

Nitrophytenfluren, Neophytenfluren

RHn

0,8

Halbruderale Gras- und Staudenflur trockener Standorte,

verbuschend*

RHv

0,67-0,5

 

 

 

Sonstige Flächen

 

 

Versiegelte Flächen

SXx

1,0

Flächen mit in der Liste nicht aufgeführten Biotoptypen können von der Naturschutzbehörde für ihre Aufnahme in ein Ökokonto anerkannt werden, soweit die Voraussetzungen des § 2 vorliegen.

Fußnoten

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 30 Abs. 2 BNatSchG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

*

soweit die dem Biotoptyp zugeordneten Flächen nicht nach § 25 LNatSchG gesetzlich geschützt sind.

Anhang 2:

Artenschutzmaßnahmen zur Erlangung des Zuschlags Artenschutz für ein Ökokonto

Beispielhaft werden für einzelne Zielarten mögliche Artenschutzmaßnahmen aufgeführt, die je nach Einzelfall für eine Ökokonto-Maßnahme zur Erlangung eines Zuschlages für den Artenschutz geeignet sein können.

Zielarten

Maßnahme

 

 

Amphibien,

Reptilien

Herstellung großräumiger extensiv genutzter Feuchtwiesenbiotope;

Herstellung Sommer- und Winterlebensräume und verbindende Strukturen optimaler Laichgewässer;

Herstellung großräumiger extensiv genutzter Feuchtwiesenbiotope in Begleitung angrenzender Trockenhabitate (Heide, Dünen, Trockenrasen, Kiesgruben).

 

 

 

 

 

 

Haselmaus

Optimierung der Durchgängigkeit von Knicks und sonstigen Gehölzstrukturen als Lebensraum und Wanderkorridor;

Sicherung und Optimierung sog. Refugiallebensräume;

Schaffung halboffener Weidelandschaften durch geeignete Beweidungssysteme durch Großherbivoren.

 

 

 

 

 

 

 

Biber

Entwicklung „zulässiger" Oberstauflächen als Auffangräume für die Tiere, die aus Gebieten abgedrängt werden, in denen die Art nicht toleriert werden kann (Städte, Gebiete intensiver landwirtschaftlicher Nutzung).

 

 

 

 

Waldfledermäuse

Schaffung hinreichend großer nutzungsfreier Waldkomplexe mit hohem Anteil an altem Totholz und flächigen Waldzerfallsstadien zur Bereitstellung eines großen Angebots an Sommerquartieren, Jagdflächen und einem attraktiven Nahrungsangebot;

Etablierung sog. Nistkastenquartiere in Waldgebieten, die eine für Fledermäuse unzureichende Altersstruktur aufweisen mit begleitender Fledermausfreundlicher Entwicklung der Waldflächen;

Großflächige Vernässung von Waldflächen zur Erhöhung des Nahrungsangebots und zur Schaffung von Waldzerfallsstadien (Freiflächen für die Jagd);

Schaffung geeigneter Winterquartiere im Umfeld prospektiver Sommerlebensräume.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vögel der Agrarlandschaft

Schaffung von Kleinstrukturen im Ackerbereich zur Aufwertung von Lebensräumen als Nahrungs- und Lebensraum;

Förderung von Übergangsstrukturen, z.B. Übergang von Wald zu Ackerlebensräumen;

Dauerhafte Schaffung breiter Saumlebensräume zur Nahrungssuche auf geeigneten Ackerflächen.

 

 

 

 

 

Wiesenvögel

Entwicklung großräumiger Feuchtgrünlandbereiche, die die zur Brut und Aufzucht nötigen Habitatstrukturen in großer Menge bieten, z.B. Überschwemmungsbereiche, Brutstrukturen, langfristig stocherfähige und nahrungsreiche Bodenstrukturen, vor Prädatoren großräumig (z.B. durch Schaffung von Gewässern und großräumigen Überschwemmungsbereichen) gesicherte Brutkomplexe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Waldvögel

Schaffung hinreichend großer nutzungsfreier Waldkomplexe mit hohem Anteil an altem Totholz und flächigen Waldzerfallsstadien zur Bereitstellung eines großen Angebots an Höhlenbäumen und eines attraktiven Nahrungsangebots;

Etablierung sog. Nistkastenreviere in Waldgebieten, die eine für Höhlenbrüter unzureichende Altersstruktur aufweisen;

Großflächige Vernässung von Waldflächen zur Erhöhung des Nahrungs- und Lebensraumangebots;

Verbund von Waldflächen und benachbarten Offenlebensräumen für bestimmte Arten (z.B. Wespenbussard)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anhang 3:

Liste der Biotope und Lebensraumtypen für den Zuschlag Biotop

Liste der nach § 30 Abs. 2 BNatSchG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 LNatSchG gesetzlich geschützten Biotope

1.

natürliche oder naturnahe Bereiche fließender und stehender Binnengewässer einschließlich ihrer Ufer und der dazugehörigen uferbegleitenden natürlichen oder naturnahen Vegetation sowie ihrer natürlichen oder naturnahen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,

2.

Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,

3.

Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,

4.

Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder,

5.

offene Felsbildungen, alpine Rasen sowie Schneetälchen und Krummholzgebüsche,

6.

Fels- und Steilküsten, Küstendünen und Strandwälle, Strandseen, Boddengewässer mit Verlandungsbereichen, Salzwiesen und Wattflächen im Küstenbereich, Seegraswiesen und sonstige marine Makrophytenbestände, Riffe, sublitorale Sandbänke, Schlickgründe mit bohrender Bodenmegafauna sowie artenreiche Kies-, Grobsand- und Schillgründe im Meeres- und Küstenbereich,

7.

Staudenfluren stehender Binnengewässer und der Waldränder,

8.

Alleen,

9.

Knicks,

10.

artenreiche Steilhänge und Bachschluchten.

Liste der in Schleswig-Holstein vorkommenden Lebensraumtypen des Anhangs I der Richtlinie 92/43EWG (FFH-Richtlinie)

Code

Name

1

Lebensräume in Küstenbereichen und halophytische Vegetation

11

Meeresgewässer und Gezeitenzonen

1110

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser

1130

Ästuarien

1140

Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt

1150

* Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)

1160

Flache große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen

1170

Riffe

12

Felsenküsten und Kiesstrände

1210

Einjährige Spülsäume

1220

Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände

1230

Atlantik-Felsküsten und Ostsee-Fels- und Steilküsten mit Vegetation

13

Atlantische Salzsümpfe und -wiesen sowie Salzsümpfe und -wiesen im Binnenland

1310

Pioniervegetation mit Salicornia und anderen einj. Arten auf Schlamm und Sand (Quellerwatt)

1320

Schlickgrasbestände (Spartinion)

1330

Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae)

1340

* Salzwiesen im Binnenland

2

Dünen an Meeresküsten und im Binnenland

21

Dünen an den Küsten des Atlantiks sowie der Nord- und Ostsee

2110

Primärdünen

2120

Weißdünen mit Strandhafer Ammophila arenaria

2130

* Festliegende Küstendünen mit krautiger Vegetation (Graudünen)

2140

* Entkalkte Dünen mit Einpetrum nigrum

2150

* Festliegende entkalkte Dünen der atlantischen Zone (Calluno-Ulicetea)

2160

Dünen mit Hippophae rhamnoides

2170

Dünen mit Salix repens ssp. argentea (Salicion arenariae)

2180

Bewaldete Dünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region

2190

Feuchte Dünentäler

23

Dünen im Binnenland (alt und entkalkt)

2310

Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista

2320

Trockene Sandheiden mit Calluna und Empetrum nigrum

2330

Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis

3

Süßwasserlebensräume

31

Stehende Gewässer

3110

Oligotrophe, sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen (Littorelletalia uniflorae)

3130

Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und / oder der Isoto-Nanojuncetea

3140

Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions

3160

Dystrophe Seen und Teiche

32

Fließgewässer-Abschnitte von Wasserläufen mit natürlicher bzw. naturnaher Dynamik (kleine, mittlere und große Fließgewässer), deren Wasserqualität keine nennenswerte Beeinträchtigung aufweist

3260

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion

3270

Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p.

und des Bidention p.p.

4

Gemäßigte Heide- und Buschvegetation

4010

Feuchte Heiden des nordatlantischen Raumes mit Erica tetralix

4030

Trockene europäische Heiden

5

Hartlaubgebüsche (Matorrals)

5.1

Gebüsche des submediterranen und gemäßigten Raumes

5130

Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen

6

Natürliches und naturnahes Grasland

6.1

Natürliches Grasland

6120

* Trockene, kalkreiche Sandrasen

62

Naturnahes trockenes Grasland und Verbuschungsstadien

6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco

Brometalia)

6210

* dto., besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen

6230

* Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden

64

Naturnahes feuchtes Grasland mit hohen Gräsern

6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen u. tonig-schluffigen Böden Molinion caeruleae

6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

6440

Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii)

65

Mesophiles Grünland

6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis

7

Hoch- und Niedermoore

71

Saure Moore mit Sphagnum

7110

* Lebende Hochmoore

7120

Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore

7140

Übergangs- und Schwingrasenmoore

7150

Torfmoor-Schlenken Rhynchosporion

72

Kalkreiche Niedermoore

7210

* Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae

7220

* Kalktuffquellen Cratoneurion

7230

Kalkreiche Niedermoore

8

Felsige Lebensräume und Höhlen

83

Andere felsige Lebensräume

8310

Nicht touristisch erschlossene Höhlen

9

Wälder

91

Wälder des gemäßigten Europas

9110

Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)

9120

Atlantischer, saurer Buchenwald mit Unterholz aus Stechpalme und gelegentlich Eibe (Quercion robori-petraeae oder Ilici-Fagenion)

9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)

9150

Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)

9160

Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)

9180

* Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)

9190

Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur

91D0

* Moorwälder

91EO

* Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

91FO

Hartholzauewälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris)

Fußnoten

*

vor dem Namen: prioritärer LRT

*

vor dem Namen: prioritärer LRT

*

vor dem Namen: prioritärer LRT

*

vor dem Namen: prioritärer LRT

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Anlage 2

(zu § 8)

Raumeinheiten

Für Zwecke der Ökokonto- und Eingriffsverordnung werden folgende Raumeinheiten gebildet:

-

Schleswig-Holsteinische Marsch und Unterelbe-Niederung;

-

Schleswig-Holsteinische Geest (Hohe Geest und Vorgeest) einschließlich der Nordfriesischen Geestinseln und der Insel Helgoland sowie dem südwestlichen Vorland der Mecklenburgischen Seenplatte;

-

Schleswig-Holsteinisches Hügelland und Mecklenburgische Seenplatte.

Die Regionen sind in nachstehender Übersichtskarte der naturräumlichen Gliederung Schleswig-Holstein dargestellt.

Übersichtskarte der naturräumlichen Gliederung Schleswig-Holsteins

Link auf Abbildung