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Landesvorschriften und Landesrechtsprechung


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juris-Abkürzung:IiGrPlöNatSchGV SH
Fassung vom:25.11.1992 Fassungen
Textnachweis ab:01.01.2003
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:791-4-138
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet
"Inseln im Großen Plöner See und Halbinsel Störland"
Vom 25. November 1992

§ 5
Zulässige Handlungen

(1) Unberührt von den Verboten des § 4 bleiben

1.

die auf den Schutzzweck ausgerichteten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf den im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befindlichen Flächen auf der Grundlage der Empfehlungen des Landesamtes für Naturschutz und Landschaftspflege;

2.

die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Grünland genutzten Flächen; nicht zulässig ist mit Wirkung vom 1. Januar 1994 an

a)

der Grünlandumbruch sowie das Aufbringen von Dünger, Pflanzenschutzmitteln oder anderen Stoffen,

b)

das Walzen, Schleppen, Mähen oder eine sonstige Bodenbearbeitung in der Zeit vom 20. April bis 20. Juni eines jeden Jahres;

3.

die auf den Schutzzweck ausgerichtete Pflege des naturnahen Waldes auf den Inseln; die natürlichen Entwicklungsabläufe haben Vorrang;

a)

die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes im Sinne des Abschnittes VI und des § 22a des Bundesjagdgesetzes in Verbindung mit den §§ 21 und 22 des Landesjagdgesetzes auf den Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die einen Eigenjagdbezirk bilden;

b)

die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes auf den übrigen Flächen; nicht zulässig ist es, die Jagd auf Wasserwild auszuüben, geschlossene Hochsitze zu errichten oder Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben oder Wildäcker anzulegen;

4.

die ordnungsgemäße Ausübung der erwerbsmäßigen Fischerei im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes außerhalb der in der Abgrenzungskarte kariert dargestellten Sperrzonen im Bereich der Inseln und der Halbinsel Störland in dem im Eigentum

a)

der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befindlichen südlichen Teil des Sees, wenn die fischereiliche Nutzung nicht zu nachhaltigen Störungen führen und den Schutzzweck nicht beeinträchtigen kann;

b)

des Landes befindlichen, nördlichen Teil des Sees in der bei Inkrafttreten dieser Verordnung vertraglich festgelegten Art; für die Herstellung von landseitigen Verankerungen am östlichen Ufer der Insel Langes Warder im Rahmen der Wadenfischerei darf die Gewässersperrzone befahren werden. Sofern der oder dem Fischereiausübungsberechtigten die Ausnahmegenehmigung zum Fischfang unter Anwendung von elektrischem Strom (Elektrofischerei) vom Fischereiamt versagt wird, ist der Fischfang mittels Reusen und Stellnetzen in den Gewässersperrzonen bis an die Röhrichtzonen heran gestattet;

4.

die nach § 38 Abs. 3 und 4 des Landeswassergesetzes in einem Gewässerpflegeplan festgelegte, erforderliche Unterhaltung der der Vorflut dienenden Gewässer unter Beachtung des § 12 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes;

5.

die erforderlichen Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung der Wege; nicht zulässig ist die Verwendung von wassergefährdenden, auswasch- oder auslaugbaren Materialien;

6.

das Betreten oder Befahren

a)

der jeweiligen Grundstücke einschließlich der Wasserflächen durch die Grundstücksbesitzerinnen oder Grundstücksbesitzer oder deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen;

b)

des Naturschutzgebietes durch Personen, die von den zuständigen Behörden dazu ermächtigt worden sind;

9.

das Durchfahren der im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein befindlichen Wasserflächen durch die jeweilige Eigentümerin oder den jeweiligen Eigentümer, dessen Beauftragte, Fischereipächterin oder Fischereipächter der Trennstücke aus den Flurstücken 5/3 der Flur 3, 5/4 der Flur 5 und 6/1 der Flur 1 in der Gemarkung Plöner See mit Wasserfahrzeugen aller Art ausschließlich zu forst- und fischereilichen Zwecken; hierbei ist ein Mindestabstand von 100 Metern zum Ufer der Halbinsel Störland einzuhalten;

10.

a)

das Durchfahren der in der Übersichtskarte im Punktraster und in der Abgrenzungskarte in blauer Farbe dargestellten Wasserflächen nordwestlich, nördlich und nordöstlich der Insel Langes Warder sowie zwischen den Inseln Triebs und Langes Warder mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne Motorkraft;

b)

das Durchfahren des Fahrwassers zwischen den Inseln Konau und Sack und der Insel Konau und der Halbinsel Störland mit Fahrgastschiffen im Rahmen der Erwerbsschiffahrt auf der bisherigen Route und in dem bisherigen Umfang; die genauen Grenzen der nach Buchstabe a) bezeichneten Wasserflächen sind von der unteren Landschaftspflegebehörde örtlich festzulegen und durch Tonnen, Bojen oder Stangenschiffahrtszeichen zu kennzeichnen; sofern es für die Sicherheit der Sportschiffahrt erforderlich ist, kann bei der Kennzeichnung des Fahrwassers an der Engstelle zwischen Triebs und Langes Warder von den vorgegebenen Grenzen der Sperrzonen abgewichen werden, wenn hierdurch die Röhrichtzone und die Ufervegetation nicht nachhaltig beeinträchtigt wird;

11.

das Anlanden an einer genehmigten Steganlage, der Aufenthalt und die Nutzung und Unterhaltung genehmigter baulicher Anlagen für Zwecke des Wassersportes im nordöstlichen, in der Übersichtskarte durch den Buchstaben A gekennzeichneten und in der Abgrenzungskarte in gestrichelter Schrägschraffur dargestellten Bereich der Insel Langes Warder in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Oktober eines jeden Jahres zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang; nicht zulässig ist es, die Röhrichtzone zu betreten oder zu befahren;

12.

das Schlittschuhlaufen auf dem zum Naturschutzgebiet gehörenden Teil des Großen Plöner Sees;

13.

Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Landschaftspflegebehörde im Einvernehmen mit dem Landesamt für Naturschutz und Landschaftspflege durchführt oder durchführen läßt oder die im Rahmen der Anordnungen der obersten Landschaftspflegebehörde durchzuführen sind.

(2) Soweit eine der in Absatz 1 aufgeführten Maßnahmen im Einzelfall mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbunden ist, gilt Abschnitt III des Landschaftspflegegesetzes.

(3) Zum Schutze besonders bedrohter und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Ökosysteme kann die untere Landschaftspflegebehörde das Befahren der Wasserflächen oder das Betreten der Eisflächen durch Einzelanordnung zeitlich oder örtlich weiter einschränken oder untersagen.

(4) In Abständen werden die Auswirkungen der nach Absatz 1 zulässigen Handlungen auf die in § 3 beschriebenen Ziele der Verordnung und die Notwendigkeit geprüft, die Zulässigkeit einzelner Handlungen einzuschränken oder auszuweiten.

 


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