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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung
Aktenzeichen:V 284 - 7280.317
Erlassdatum:05.04.2018
Fassung vom:05.04.2018
Gültig ab:24.04.2018
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:6623.46
Normen:§ 9 BewG, § 16 TierGesG
Fundstelle:Amtsbl SH 2018, 316
Richtlinie über die Ermittlung des gemeinen Wertes von zum Tierseuchenfonds meldepflichtigen Tieren

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis


Richtlinie über die Ermittlung des gemeinen Wertes
von zum Tierseuchenfonds meldepflichtigen Tieren



Gl.Nr. 6623.46



Fundstelle: Amtsbl. Schl.-H. 2018 Nr. 17, S. 316



Bekanntmachung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung
vom 5. April 2018 – V 284 – 7280.317 –



Inhaltsübersicht:



Teil A
    Grundsätze der Schätzwertermittlung    


1 Allgemeine Grundsätze

2 Spezielle Grundsätze


Teil B
Schätzwertermittlung von Rindern


1 Allgemeines

2 Schätzwertermittlung


Teil C
Schätzwertermittlung von Schweinen


1 Allgemeines

2 Schätzwertermittlung





Diese Richtlinie wird aufgrund des § 21 Abs. 3 des Gesetzes zur Ausführung des Tiergesundheitsgesetzes (AGTierGesG) vom 16. Juli 2014 (GVOBl. Schl.-H. S. 141) zur Ermittlung des Schätzwertes von zum Tierseuchenfonds meldepflichtigen Tieren erlassen. Sie ist bei der Schätzung des gemeinen Wertes nach § 21 Abs. 1 AGTierGesG anzuwenden. Der Schätzwert nach dieser Richtlinie ist der gemeine Wert im Sinne des § 16 Abs. 1 des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) vom 22. Mai 2013 (BGBl. I S. 1324), zuletzt geändert durch Artikel 6 des Gesetzes vom 17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2615).



Teil A
Grundsätze der Schätzwertermittlung



1


Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (Entscheidungen des BVerfG - Bd. 20 S. 351 ff.) handelt es sich bei der Tierseuchenentschädigung um keine Enteignungsentschädigung, sondern um einen vom Gesetzgeber freiwillig aus Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen gewährten Anspruch eigener Art. Die entsprechenden amtstierärztlich angeordneten Tötungen von Tieren im Rahmen der Seuchenbekämpfung werden zum Schutz anderer Tierbestände und somit zur Vermeidung von volkswirtschaftlichen Schäden durchgeführt. Zur Förderung der Mitarbeit der Tierhalter bei der Bekämpfung von Tierseuchen wird durch die Regelungen des Tiergesundheitsgesetzes eine Entschädigungsleistung zur Milderung wirtschaftlicher Verluste in Geld überhaupt erst möglich. Der Gesetzgeber hat die Entschädigung auf den auch im Steuerrecht verwendeten Begriff des gemeinen Wertes begrenzt. Beim gemeinen Wert handelt es sich um den Verkehrswert zum Zeitpunkt der Tötung bzw. Verendung. Darüber hinaus gehende Schäden, insbesondere wirtschaftliche Folgeschäden und Ertragsausfälle, sind nicht Gegenstand der tierseuchenrechtlichen Entschädigung; sie sind von den Tierbesitzern gegebenenfalls anderweitig abzusichern.


Der Verkehrswert entspricht dem Preis, der nach der Beschaffenheit des Tieres bei einer Veräußerung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zu erzielen wäre (siehe dazu auch § 9 Bewertungsgesetz). Ungewöhnliche Umstände oder persönliche Verhältnisse sind dabei nicht zu berücksichtigen. Die Bewertung ist an Marktdaten zu orientieren. Hierbei sind Marktpreise relevant, die der Tierhalter im Falle eines Verkaufs tatsächlich erzielt. Nach der herrschenden und höchstrichterlich bestätigten Lehre sind als hauptsächliche wertbestimmende Faktoren Rasse, Alter, Gewicht, Leistung, Trächtigkeit und Geschlecht der Tiere zu berücksichtigen. Für mehrjährig ertragbringende Tiere ist eine mehrstufige Ersatzwertermittlung unter Berücksichtigung einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung in Ansatz zu bringen. Verkaufsfähige Tiere sind entsprechend den jeweiligen Marktdaten (Handelsnotierungen) zu bewerten. Die zu schätzenden Tiere sind abschließend, entsprechend den tatsächlich vorliegenden wertbestimmenden Faktoren, im Vergleich mit vermarkteten Tieren einzustufen. Für unfertige und mehrjährig ertragbringende Tiere ist der Wert zwischen den jeweiligen Marktnotierungen unter Berücksichtigung der vorstehend aufgeführten Faktoren durch eine lineare Interpolation herzuleiten. Mehrjährig ertragbringende Tiere erreichen grundsätzlich ihren höchsten Wert mit dem erstmaligen Beginn der vorbestimmten Produktionsrichtung. Mindestwert für die tierseuchenrechtliche Entschädigung ist der Schlachtwert des jeweiligen Tieres.


2


2.1
Maßgeblich für die Ermittlung des Schätzwertes ist der Zeitpunkt der Tötungsanordnung, bei verendeten Tieren der Tag des Todes.


2.2
Bei der Festsetzung von Entschädigungen sind die geltenden Höchstsätze nach § 16 Abs. 2 des Tiergesundheitsgesetzes zu beachten.


2.3
Bei der Ermittlung des Schätzwertes werden nach § 16 Abs. 4 des Tiergesundheitsgesetzes Steuern nicht berücksichtigt.


2.4
Die Tierart, die Rasse bzw. Kreuzungen, das Gewicht und das Alter der zu schätzenden Tiere sind amtlich festzustellen und entsprechend bei der Wertermittlung zu berücksichtigen. Sofern für Tierarten ein funktionsfähiges amtlich anerkanntes elektronisches Datenbanksystem nach den Vorschriften der Viehverkehrsverordnung (ZID-/HIT-Datenbank) vorhanden ist, sind grundsätzlich deren Daten zur Bestimmung der Rassenzuordnung und des Alters verbindlich.


2.5
Als Notierung oder Grundpreis gilt der in der Woche des Tierverlustes oder der Tierverluste notierte und im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg und, sofern dort nicht enthalten, der in anderen Medien veröffentlichte jeweilige Preis der nächstgelegenen Vermarktungsmöglichkeit.


2.6
Als Auktionswert gilt der auf dem nächstgelegenen geeigneten Markt für eine definierte und vergleichbare Tiergruppe nachweislich erzielte aktuelle Nettoerlös für Zuchttiere zum Zeitpunkt der Tötung bzw. Verendung.


2.7
Der Schätzwert wird auf der Grundlage dieser Richtlinien ermittelt, sofern der Tierbesitzer keine abweichenden Werte nachweist. Auf Antrag des Tierhalters können für


den Nachweis abweichender Vermarktungswege das arithmetische Mittel der letzten drei vorliegenden Abrechnungsbelege sowie


die zu schätzenden Tiere direkt betreffenden Abrechnungsbelege berücksichtigt werden.


Werden andere nachgewiesene Gewichte, Notierungen oder Leistungsdaten zugrunde gelegt, sind die Berechnungsgrundsätze für die Schätzwertermittlung analog anzuwenden. Die vorstehend genannten Abrechnungsbelege dürfen jedoch nicht älter als drei Monate sein.


2.8
Sonderfälle sind nach Absprache mit dem Tierseuchenfonds auf der Grundlage dieser Richtlinien zu behandeln.


2.9
Der Tierseuchenfonds kann Berechnungsunterlagen, auch in elektronischer Form, zur Schätzwertermittlung zur Verfügung stellen. In diesem Fall ist die Schätzung hierauf durchzuführen und dem Antrag des Tierhalters beizufügen.


Teil B
Schätzwertermittlung von Rindern



Inhaltsübersicht:



1
Allgemeines


2
Schätzwertermittlung
2.1
Milchrinder
2.1.1
Kälber
2.1.2
Schlachtrinder
2.1.2.1
Nicht schlachtreife Tiere
2.1.2.2
Schlachtreife Tiere
2.1.3
Zuchtrinder
2.1.3.1
Zuchtfärsen bis zum Nachweis der Trächtigkeit
2.1.3.2
Tragende Färsen
2.1.3.3
Milchkühe 1. bis 3. Laktation
2.1.3.4
Milchkühe ab 4. Laktation
2.2
Fleischrinder
2.2.1
Gebrauchsrinder
2.2.1.1
Kälber
2.2.1.2
Nicht schlachtreife Tiere
2.2.1.3
Schlachtreife Tiere
2.2.1.4
Zuchtrinder
2.2.2
Herdbuchrinder
2.3
Gekörte Zuchtbullen 16. bis 52. Lebensmonat
2.4
Bullenmütter
2.5
Embryotransfertiere
2.6
Besonders wertvolle Zuchtrinder


1


1.1
Milchrinder oder Milchrassen nach dieser Richtlinie sind Tiere der milchbetonten Rinderrassen nach dem Rassenschlüssel der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter. Hierzu gehören insbesondere die Rassen Deutsche Holsteins mit den Farbrichtungen schwarzbunt und rotbunt sowie der Zuchtrichtung Doppelnutzung, Angler und Jersey.


1.2
Fleischrinder oder Fleischrassen nach dieser Richtlinie sind Tiere der fleischbetonten Rinderrassen nach dem Rassenschlüssel der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter. Hierzu gehören auch Kreuzungen von Milchrindern mit Fleischrindern. Zu unterscheiden ist zwischen Intensivrassen (z.B. Angus, Aubrac, Charolais, Limousin, Shorthorn, Kreuzungen mit Milchrindern) sowie Extensivrassen (z.B. Galloway, Highland-Cattle).


1.3
Herdbuchrinder nach dieser Richtlinie sind reinrassige Zuchtrinder, für die eine Zuchtbescheinigung nach der Entscheidung der Kommission vom 17. Mai 2005 über Zuchtbescheinigungen und Angaben für reinrassige Zuchtrinder, ihr Sperma, ihre Eizellen und Embryonen (2005/379/EG) ausgestellt worden ist oder werden kann.


1.4
Zu den Zuchttieren im Sinne dieser Richtlinie gehören Tiere, die der Vermehrung bzw. Bestandsergänzung dienen.


1.5
Grundlage für die Schlachtwertermittlung sind die im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg (Bbl) veröffentlichten Schlachtgewichte und die notierten Preise je kg Schlachtgewicht der amtlichen Preisfeststellungen für Niedersachsen/Bremen nach der 1. Fleischgesetz-Durchführungsverordnung (1. FIGDV) vom 12. November 2008 (BGBl. I S. 2186) in der jeweils gültigen Fassung. Die Handelsklasse E-P (Hkl. E-P) ist für Milchrinder und die Handelsklasse R3 (Hkl. R3) für Fleischrinder zu berücksichtigen. Bei nicht schlachtreifen Rindern erfolgt die Interpolation unter Berücksichtigung der Eckwerte für notierte Kälberpreise und notierte Schlachtpreise sowie der jeweiligen veröffentlichten Gewichte.


1.6
Für die Schätzwertermittlung kann bei


a)
weiblichen Milchrindern


für die zur Zucht/Bestandsergänzung vorgesehenen aber noch nicht marktfähigen Färsen anteilig der aktuelle Auktionswert für hochtragende bzw. frisch abgekalbte Färsen und einer Leistungsbewertung anhand des Herdendurchschnittes oder der nachgewiesenen Mutterleistung,


für Kühe mit einer Mindesteigenleistung von 130 kg Eiweiß und einer stetigen Zwischenkalbezeit von unter 500 Tagen der aktuelle Auktionswert für hochtragende bzw. frisch abgekalbte Färsen unter Berücksichtigung einer Leistungsbewertung, einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung, eines Laktationsstadiumzuschlags sowie ein Trächtigkeitszuschlag für den neunten Trächtigkeitsmonat,


b)
weiblichen Fleischrindern, die im Herdbuch einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation eingetragen sind,


für die zur Zucht/Bestandsergänzung vorgesehenen aber noch nicht marktfähigen Färsen anteilig der aktuelle Auktionswert für hochtragende bzw. frisch abgekalbte Färsen und gegebenenfalls ein Trächtigkeitszuschlag,


für Kühe mit einer stetigen Zwischenkalbezeit von unter 500 Tagen der aktuelle Auktionswert für hochtragende bzw. frisch abgekalbte Färsen unter Berücksichtigung einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung sowie ein Trächtigkeitszuschlag, und


c)
männlichen Milch- und Fleischrindern für von einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation gekörte Zuchtbullen der entsprechende aktuelle Auktionswert unter Berücksichtigung einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung,


berücksichtigt werden.


1.7
Der für Schätzwertermittlungen zugrunde zu legende Auktionswert ist


bei Milchrinderbeständen, die nicht der Leistungskontrolle beim Landeskontrollverband Schleswig-Holstein angeschlossen sind, um pauschal zehn vom Hundert und


für Milchrinder, die der Leistungskontrolle angeschlossen, aber keine Herdbuchrinder sind, um pauschal fünf vom Hundert,


zu mindern.


1.8
Für Fleischrinder, die nicht im Herdbuch einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation eingetragen sind, ist der Schlachtwert Grundlage für die Schätzwertermittlung.


1.9
Bei Kühen der Milchrassen ist über die Dauer von drei Laktationen und bei im Herdbuch einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation eingetragenen Kühen der Fleischrassen über die Dauer von fünf Laktationen nach dem ersten Kalben eine alters- und nutzungsbedingte Wertminderung in Ansatz zu bringen. Die Wertminderung ergibt sich aus der Differenz der aktuellen Zuchtviehnotierung für hochtragende bzw. frisch abgekalbte Färsen des nächstgelegenen Auktionsplatzes zum Schlachtwert für eine Kuh auf Basis der Notierung E-P und des veröffentlichten durchschnittlichen Schlachtgewichtes. Dividiert durch die vorstehenden Laktationsanzahlen ergibt sich die Wertminderung je Laktation. Auf Nachweis anhand der HIT-Datenbank oder der Daten des Landeskontrollverbandes kann auch die tatsächlich erreichte alters- und nutzungsbedingte Wertminderung des Bestandes berücksichtigt werden. Bei der Berechnung der Laktationen ist dann auf ganze Zahlen aufzurunden.


1.10
Bei der Wertermittlung von Kühen der Milchrassen, die sich im Zeitraum der alters- und nutzungsbedingten Wertminderung befinden, und Zuchtfärsen der Milchrassen ist eine Leistungsbewertung anhand der erbrachten Eigenleistung - oder soweit keine Eigenleistungsdaten vorliegen ersatzweise der durchschnittlichen Herdenleistung oder der nachgewiesenen Mutterleistung - in Form der Eiweißmenge in kg im Vergleich zur durchschnittlichen Leistung der auf den Auktionen gehandelten Färsen (Auktionsfärsen) durchzuführen.


Grundlage für die Durchschnittsleistung der Auktionsfärse ist die in der vom Landeskontrollverband jährlich veröffentlichten Übersicht Nummer 2 „Durchschnittsleistung der Rassen (Abschnitt ganzjährige Kühe)“ aufgeführte rassespezifische aktuelle Durchschnittsleistung. Die Berechnung der Leistungsbewertung (Leistungswert) erfolgt auf der Basis von 2/3 der Differenz aus dem Auktionserlös für Färsen abzüglich des Schlachtwertes für Färsen der Handelsklasse E-P und des veröffentlichten Schlachtgewichtes dividiert durch die Differenz der rassespezifischen Eiweißleistung abzüglich einer Mindesteiweißleistung von 130 kg. Dieser Wert wird mit der Abweichung der tierindividuellen Leistung zur rassespezifischen Durchschnittsleistung multipliziert. Die Eiweißleistung ist durch die Ergebnisse der Milchleistungskontrolle durch den Landeskontrollverband entsprechend nachzuweisen. Bei Beständen, die nicht der Milchleistungskontrolle angeschlossen sind, können hilfsweise die Ergebnisse der Buchführung zugrunde gelegt werden. Bei Kühen in der ersten Laktation, die noch keinen eigenen Leistungsnachweis erbringen konnten, und bei der Schätzung von Zuchtfärsen kann ersatzweise die Durchschnittsleistung des Bestandes oder die Leistung der Mutter berücksichtigt werden.


1.11
Bei Kühen der Milchrassen ist für die ersten sechs Monate der Laktation, unterteilt in zwei gleiche Phasen, ein Zuschlag zu berücksichtigen. Die Berechnung des Laktationsstadiumzuschlages erfolgt auf der Basis von 1/3 der Differenz aus dem durchschnittlichen Auktionserlös für Färsen abzüglich des durchschnittlichen Schlachtwertes für Färsen der Handelsklasse E-P und des veröffentlichten durchschnittlichen Schlachtgewichtes. Innerhalb der ersten drei Monate der Laktation beträgt der pauschale Zuschlag 100 vom Hundert innerhalb der folgenden drei Monate 50 vom Hundert dieses Wertes. In diesem Zuschlag ist die Trächtigkeit bis einschließlich dem achten Trächtigkeitsmonat bereits berücksichtigt. Die Dauer einer Laktation nach dieser Richtlinie wird als der Zeitraum ab Kalbung bis unmittelbar vor der nächsten Kalbung definiert.


1.12
Für Kühe der Milchrassen im nachweislich neunten Trächtigkeitsmonat kann ein Zuschlag gewährt werden. Dieser entspricht 90 vom Hundert des gemittelten Wertes für ein Kuhkalb und ein Bullkalb der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Preise für Nutzkälber der jeweiligen Rasse.


1.13
Bei Fleischrindern kann für nachgewiesene Trächtigkeiten ein Zuschlag gewährt werden. Dieser berechnet sich aus dem anteiligen Wert eines Kalbes unter Berücksichtigung der erreichten Tragezeit in Monaten. In Herden mit Natursprung kann der Trächtigkeitsstatus auch unter Berücksichtigung des Zeitpunktes der Zuführung des Bullen in die Herde und des Datums der letzten Abkalbung des betreffenden Tieres oder hilfsweise der betreffenden Herde ermittelt werden.


1.14
Bei gekörten Zuchtbullen im Alter von 16 bis 52 Monaten ist eine alters- und nutzungsbedingte Wertminderung in Ansatz zu bringen. Die Wertminderung ergibt sich aus der Differenz der aktuellen Zuchtviehnotierung für von einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation gekörten Bullen der entsprechenden Rasse des nächstgelegenen Auktionsplatzes zum Schlachtwert für einen Altbullen der Notierung E-P und dem ebenfalls dort aus gewiesenem durchschnittlichem Schlachtgewicht. Dividiert durch 36 Monate ergibt sich die Wertminderung je Lebensmonat.


2


2.1


2.1.1


Der Schätzwert für Kuhkälber bis 14 Tage Lebensalter und Bullkälber bis 50 kg Lebendgewicht entspricht den im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Nutzkälberpreisen der betreffenden Rasse bzw. Kreuzung. Für die Rasse Rotbunt Doppelnutzung (RDN) ist der jeweilige Mittelwert aus den Notierungen für Holsteinkälber und Mastkreuzungen zugrunde zu legen.


2.1.2


Schlachtrinder der Milchrassen nach dieser Richtlinie sind


a)
nicht schlachtreife Tiere


Mastfärsen inklusive Kuhkälber über 14 Tage Lebensalter, entsprechend über 40 kg Lebendgewicht, bis zur Schlachtreife,


Mastbullen inklusive Bullkälber über 50 kg Lebendgewicht bis zur Schlachtreife,


Ochsen über 50 kg Lebendgewicht bis zur Schlachtreife,


zur Körung vorgesehene Bullen bis zum 16. Lebensmonat, und


b)
schlachtreife Tiere


Mastfärsen ab Schlachtreife


nichttragende Färsen ab 30 Monate Lebensalter,


Kühe in der 1. bis 3. Laktation und einer Zwischenkalbezeit von über 500 Tagen,


Schlachtkühe,


Mastbullen ab Schlachtreife,


Ochsen ab Schlachtreife,


Altbullen ab dem 52. Lebensmonat.


Der Schätzwert für Schlachtrinder wird auf der Grundlage der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg (Bbl) veröffentlichten geschlechtsspezifischen Notierungen für Nutzkälber und der amtlichen Preisfeststellung der Handelsklasse E-P und des dort jeweils ausgewiesenen durchschnittlichen Schlachtgewichtes sowie dem amtlich festgestellten Gewicht des zu schätzenden Tieres ermittelt. Zugrunde zu legen sind für


Jungbullen die Notierung und das Schlachtgewicht für Jungbullenfleisch,


Ochsen die Notierung und das Schlachtgewicht für Ochsenfleisch,


Färsen die Notierung und das Schlachtgewicht für Färsenfleisch,


Kühe die Notierung und das Schlachtgewicht für Kuhfleisch und


Altbullen die Notierung und das Schlachtgewicht für Bullenfleisch.


Die Schlachtreife wird ab einem Schlachtgewicht von 340 kg bei Mastbullen und Ochsen sowie bei Mastfärsen von 280 kg erreicht.


Zur Umrechnung von Lebend- auf Schlachtgewichte bzw. von Schlacht- auf Lebendgewichte sind folgende Ausschlachtungswerte in vom Hundert zugrunde zu legen:



Milchrinder ohne RDM

RDN (rotbund Doppelnutzung)

Jungbullen

55

57




Ochsen

52

55




Färsen

52

55




Kühe

48

52




Altbullen

55

58



2.1.2.1


Der Schätzwert ergibt sich aus dem Wert für ein Kalb zuzüglich einem durch lineare Interpolation ermittelten Preis für das Mehrgewicht. Die Interpolation erfolgt auf den Schlachtwert für geschlachtete Tiere berechnet aus dem veröffentlichten Schlachtgewicht (SG) multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse E-P. Für ein 14 Tage altes Kalb ist ein Lebendgewicht (LG) von 40 kg bei weiblichen und von 50 kg bei männlichen Kälbern in Ansatz zu bringen. Das Lebendgewicht des zu schätzenden Tieres ist amtlich festzustellen.


Sofern nachweislich überwiegend Fresser/Absetzer erzeugt und verkauft oder zugekauft werden, können als Anfangs- bzw. Endwerte auch die aktuellen Fresser/Absetzerpreise und deren durchschnittliches Gewicht berücksichtigt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Wert Kalb + (LG Schätztier kg – LG Kalb kg) × Wertzuwachs/kg LG


Wertzuwachs/kg LG = (Wert Schlachttier – Wert Kalb) ÷ (LG Schlachttier kg – LG Kalb kg)


Wert Schlachttier = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P


LG Schlachttier = SG Bbl E-P ÷ Ausschlachtung


2.1.2.2


Der Schätzwert ergibt sich aus dem veröffentlichten Schlachtgewicht multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse E-P. Abweichend vom veröffentlichten Schlachtgewicht kann auch das tatsächliche per Wiegung festgestellte Lebendgewicht unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausschlachtung nach Nummer 2.1.2 multipliziert mit dem notierten Preis berücksichtigt werden.


Berechnungsformel:


Schätzwert = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P


2.1.3


Zuchtrinder nach dieser Richtlinie sind


Zuchtfärsen inklusive Kuhkälber ab 14 Tage bis zum Nachweis der Trächtigkeit oder einem Höchstalter von 30 Monaten,


nachweislich tragende Färsen,


Milchkühe 1. bis 3. Laktation mit einer Zwischenkalbezeit von unter 500 Tagen und


Milchkühe ab 4. Laktation mit einer Zwischenkalbezeit von unter 500 Tagen.


Der Schätzwert für Zuchtrinder ergibt sich unter Berücksichtigung des erreichten Lebensalters des zu schätzenden Tieres auf der Grundlage der Erlöse des nächstgelegenen Auktionsplatzes, der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Notierungen für Nutzkälber und der amtlichen Preisfeststellung der Handelsklasse E-P und des dort veröffentlichten durchschnittlichen Schlachtgewichtes.


Sofern die Zwischenkalbezeit in einer Laktation 500 Tage überschritten hat, sind diese Kühe ohne Zuschläge wie Schlachtkühe zu schätzen.


2.1.3.1


Der Schätzwert für Zuchtfärsen inklusive Kuhkälber ab 14 Tage bis zum Nachweis der Trächtigkeit oder einem Höchstalter von 30 Monaten wird auf der Grundlage der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Notierungen für weibliche Nutzkälber, der veröffentlichten Gewichte und Notierungen für Färsenfleisch und der Auktionserlöse der Rinderzucht Schleswig-Holstein in Neumünster unter Berücksichtigung der jeweiligen Rassenzuordnung und eines anteiligen Zuschlages für das erreichte Lebensalter in Monaten ermittelt. Zusätzlich ist das Leistungsniveau der Herde oder alternativ des Muttertieres hinsichtlich des Auktionswertes zu berücksichtigen und entsprechend anzupassen.


Die Berechnung des Schätzwertes erfolgt auf der Basis des Wertes für ein Kuhkalb zuzüglich einem ermittelten Zuschlag für jeden erreichten Lebensmonat. Die Interpolation erfolgt auf den aktuellen Auktionswert der Rinderzucht Schleswig-Holstein unter Berücksichtigung des durchschnittlichen rassespezifischen landesweiten Erstkalbealters von Färsen. Bei der Berechnung der erreichten Lebensmonate ist grundsätzlich auf ganze Zahlen aufzurunden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Wert Kalb + (erreichte Lebensmonate - 1) × monatl. Zuchtwertzuwachs


Monatl. Zuchtwertzuwachs = ( Auktionswert + Leistungswert – Wert Kalb) ÷ Erstkalbealter


Leistungswert = ( Herden-/Muttereiweißleistung in kg - Rasseleistung Eiweiß kg) × Leistungspreis


Leistungspreis = 2/3 × ( Auktionswert Färse - Schlachtwert Färse) ÷ ( Rasseleistung Eiweiß kg - Mindestleistung 130 kg)


Schlachtwert Färse = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Färsenfleisch


2.1.3.2


Der Schätzwert für nachweislich tragende Färsen wird auf der Grundlage der Auktionserlöse der Rinderzucht Schleswig-Holstein in Neumünster unter Berücksichtigung der jeweiligen Rassenzuordnung, der Notierungen für Nutzkälber, der restlichen Tragezeit in Monaten zuzüglich einem Monat für den Laktationsbeginn sowie einer Leistungsbewertung ermittelt.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = ( Auktionswert + Leistungswert) - ((Resttragzeit + 1 in Monaten) × monatl. Zuchtwertzuwachs)


Monatl. Zuchtwertzuwachs = ( Auktionswert + Leistungswert – Wert Kalb) ÷ Erstkalbealter


Leistungswert = ( Herden-/Muttereiweißleistung in kg - Rasseleistung Eiweiß kg) × Leistungspreis


Leistungspreis = 2/3 × ( Auktionswert Färse - Schlachtwert Färse) ÷ ( Rasseleistung Eiweiß kg - Mindestleistung 130 kg)


Schlachtwert Färse = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Färsenfleisch


2.1.3.3


Der Schätzwert für Milchkühe in den ersten drei Laktationen wird auf der Grundlage der Auktionserlöse der jeweiligen Rasse der Rinderzucht Schleswig-Holstein in Neumünster unter Berücksichtigung einer Leistungsbewertung, einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung (anW), eines Zuschlages für das Laktationsstadium (Lsz) und eines Zuschlages für die Trächtigkeit (Tz) ermittelt.


Bei der Berechnung des Schätzwertes ist zunächst anhand der Eigenleistung oder bei Kühen in den ersten 100 Tagen der ersten Laktation ersatzweise der durchschnittlichen Herden- oder Mutterleistung ein Leistungszuschlag zu ermitteln. Ausgehend von diesem Wert und unter Abzug des einfachen Laktationsstadiumzuschlages ergibt sich der relative Nettokuhwert (RNW). Hiervon ist die alters- und nutzungsbedingte Wertminderung über drei Laktationen durch Interpolation auf den Wert einer Schlachtkuh auf der Grundlage des veröffentlichten Schlachtgewichtes multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse E-P für Kuhfleisch zu ermitteln und nach jeweils vollendeter Laktation zu subtrahieren.


Bei Kühen vom 1. bis 3. Monat der Laktation ist ein voller, vom 4. bis 6. Laktationsmonat ein halber Zuschlag für das Laktationsstadium zu berücksichtigen.


Für Kühe, die sich nachweislich im neunten Trächtigkeitsmonat befinden, kann ein Trächtigkeitszuschlag gewährt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = RNW - Anzahl abgeschl. Laktationen × anW + gegebenenfalls 1,0 bzw. 0,5 × Lsz + gegebenenfalls Tz


anW je Laktation = (RNW - ( SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Kuhfleisch)) ÷ 3


RNW = Auktionswert + Leistungswert - einfacher Lsz


Leistungswert = (Eigen- oder Herden-/Muttereiweißleistung in kg – Rasseleistung Eiweiß kg) × Leistungspreis


Leistungspreis = 2/3 × ( Auktionswert Färse - Schlachtwert Färse) ÷ ( Rasseleistung Eiweiß kg - Mindestleistung 130 kg)


einfacher Lsz = 1/3 × ( Auktionswert Färse - Schlachtwert Färse)


Schlachtwert Färse = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Färsenfleisch


Tz = 0,9 × ((Wert Kuhkalb + Wert Bullkalb) ÷ 2)


2.1.3.4


Der Schätzwert für Milchkühe ab der 4. Laktation wird auf der Grundlage des veröffentlichten Schlachtgewichtes multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse E-P für Kuhfleisch, eines Zuschlages für das Laktationsstadium (Lsz) und eines Zuschlages für die Trächtigkeit (Tz) ermittelt.


Abweichend vom veröffentlichten Schlachtgewicht kann auch das tatsächliche per Wiegung festgestellte Lebendgewicht unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausschlachtung nach Nummer 2.1.2 multipliziert mit dem notierten Preis E-P für Kuhfleisch berücksichtigt werden.


Bei Kühen vom 1. bis 3. Monat der Laktation ist ein voller, vom 4. bis 6. Laktationsmonat ein halber Zuschlag für das Laktationsstadium zu berücksichtigen.


Für Kühe, die sich nachweislich im neunten Trächtigkeitsmonat befinden, kann ein Trächtigkeitszuschlag gewährt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Kuhfleisch + gegebenenfalls 1,0 bzw. 0,5 × Lsz + gegebenenfalls Tz


einfacher Lsz = 1/3 × ( Auktionswert Färse - Schlachtwert Färse)


Schlachtwert Färse = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Färsenfleisch


Tz = 0,9 × ((Wert Kuhkalb + Wert Bullkalb) ÷ 2)


2.2


2.2.1


Zu den Gebrauchsrindern gehören alle nicht in einem Herdbuch eingetragenen Fleischrinder.


Gebrauchsrinder der Fleischrassen nach dieser Richtlinie sind


a)
Kälber,


b)
nicht schlachtreife Tiere


Mastfärsen inklusive Kuhkälber über 50 kg Lebendgewicht bis zur Schlachtreife,


Mastbullen inklusive Bullkälber über 50 kg Lebendgewicht bis zur Schlachtreife,


Ochsen über 50 kg Lebendgewicht bis zur Schlachtreife,


zur Körung vorgesehene Bullen bis zum 16. Lebensmonat,


c)
schlachtreife Tiere


Färsen ab Schlachtreife,


Mutter-/Ammenkühe,


Schlachtkühe,


Mastbullen ab Schlachtreife,


Ochsen ab Schlachtreife,


Altbullen ab dem 52. Lebensmonat,


d)
Zuchtrinder


tragende Färsen,


tragende Mutter-/Ammenkühe.


Der Schätzwert für Gebrauchsrinder wird auf der Grundlage der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten geschlechtsspezifischen Notierungen für Nutzkälber der Mastkreuzungen und der amtlichen Preisfeststellung der Handelsklasse R3 und des dort ausgewiesenen durchschnittlichen Schlachtgewichtes sowie dem amtlich festgestellten Gewicht des zu schätzenden Tieres ermittelt. Bei Extensivrassen ist das veröffentlichte Schlachtgewicht um pauschal 25 vom Hundert zu mindern. Zugrunde zu legen sind für


Jungbullen die Notierung und das Schlachtgewicht für Jungbullenfleisch,


Ochsen die Notierung und das Schlachtgewicht für Ochsenfleisch, bei Nichtvorliegen hilfsweise die Notierung und das Schlachtgewicht für Färsenfleisch,


Färsen die Notierung und das Schlachtgewicht für Färsenfleisch,


Kühe die Notierung und das Schlachtgewicht für Kuhfleisch und


Altbullen die Notierung und das Schlachtgewicht für Bullenfleisch.


Die Schlachtreife wird bei


Intensivrassen ab einem Schlachtgewicht von 300 kg bei Mastbullen und Ochsen sowie bei Mastfärsen von 270 kg,


Extensivrassen ab einem Schlachtgewicht von 220 kg bei Mastbullen und Ochsen sowie bei Mastfärsen von 200 kg,


erreicht.


Zur Umrechnung von Lebend- auf Schlachtgewichte bzw. von Schlacht- auf Lebendgewichte sind folgende Ausschlachtungswerte in vom Hundert zugrunde zu legen:



Extensivrassen

Intensivrassen




Jungbullen

58

62




Ochsen

55

58




Färsen

55

58




Kühe

52

54




Altbullen

56

60



2.2.1.1


Der Schätzwert für Kuh- und Bullkälber bis 50 kg Lebendgewicht der Kreuzungen zwischen Milchrassen und Fleischrassen entspricht den im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten geschlechtsspezifischen Nutzkälberpreisen für Mastkreuzungen.


Der Schätzwert für Kuh- und Bullkälber der Fleischrassen beträgt für frisch geborene Tiere 25 vom Hundert des durchschnittlichen geschlechtsspezifischen Absetzerpreises unter Berücksichtigung jeweils des veröffentlichten durchschnittlichen Gewichts, des durchschnittlichen Preises je kg Lebendgewicht oder des durchschnittlichen Gesamtpreises. Vorzugsweise ist die Absetzerauktion in Verden zu berücksichtigen. Das Lebendgewicht der frisch geborenen Kälber wird auf 25 kg bei Extensivrassen und 40 kg bei Intensivrassen festgesetzt.


2.2.1.2


Der Schätzwert ergibt sich aus dem rasse- und geschlechtsspezifischen Wert für ein Kalb unter Berücksichtigung des Lebendgewichtes zuzüglich einem durch lineare Interpolation ermittelten Preis für das Mehrgewicht. Die Interpolation erfolgt auf den Schlachtwert für geschlachtete Tiere berechnet aus dem veröffentlichten Schlachtgewicht multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklassen R3. Das Lebendgewicht des zu schätzenden Tieres ist amtlich festzustellen.


Sofern nachweislich Absetzer erzeugt und verkauft oder zugekauft werden, können als Anfangs- bzw. Endwerte auch die aktuellen Absetzerpreise und deren durchschnittliches Gewicht berücksichtigt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Wert Kalb + (LG Schätztier kg – 50 kg) × Wertzuwachs/kg LG


Wertzuwachs/kg LG = (Wert Schlachttier – Wert Kalb) ÷ (LG Schlachttier kg – 50 kg)


Wert Schlachttier = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. R3


LG Schlachttier kg = SG Bbl R3 × Ausschlachtung


2.2.1.3


Der Schätzwert ergibt sich aus dem veröffentlichten Schlachtgewicht multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse R3. Abweichend vom veröffentlichten Schlachtgewicht kann auch das tatsächliche per Wiegung festgestellte Lebendgewicht unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausschlachtung nach Nummer 2.2.2 multipliziert mit dem notierten Preis berücksichtigt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. R3


2.2.1.4


Der Schätzwert für Zuchtrinder ergibt sich auf der Grundlage der jeweiligen Schätzwertermittlung für Kälber und der amtlichen Preisfeststellung der Handelsklasse R3 und des dort veröffentlichten durchschnittlichen Schlachtgewichtes für Färsenfleisch bzw. Kuhfleisch und eines anteiligen Trächtigkeitszuschlages (Tz).


Der Trächtigkeitszuschlag beträgt im ersten Trächtigkeitsmonat zehn vom Hundert des Wertes für ein durchschnittliches Kalb. Er steigt für jeden nachgewiesenen Trächtigkeitsmonat um weitere zehn vom Hundert und endet im neunten Trächtigkeitsmonat mit 90 vom Hundert des Wertes für ein durchschnittliches Kalb. Der Wert des durchschnittlichen Kalbes ist das arithmetische Mittel aus dem Schätzwert für ein Bull- und ein Kuhkalb nach Nummer 2.2.1.1.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Schlachtwert Färse/Kuh + anteiliger Tz


Tz = Trächtigkeitsstatus in Monaten × 0,1 × Kalb


Schlachtwert Färse/Kuh = SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. R3 Färsen-/Kuhfleisch


Kalb = (Wert Bullkalb + Wert Kuhkalb) ÷ 2


2.2.2


Die Schätzwertermittlung von weiblichen Fleischrinderherdbuchtieren erfolgt in Absprache mit dem jeweiligen Zuchtverband unter Berücksichtigung von aktuellen Verkaufserlösen und den Vorgaben dieser Richtlinie, insbesondere den unter „Schätzwertrichtlinie - Grundsätze“ aufgeführten allgemeinen Grundsätzen.


2.3


Zuchtbullen sind ausschließlich von einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation gekörten Tiere bis zu einer Einsatzdauer von 36 Kalendermonaten. Sofern keine entsprechenden Nachweise vorliegen, ist von einem durchschnittlichen Ersteinsatzalter von 16 Lebensmonaten auszugehen.


Der Schätzwert ergibt sich aus dem aktuellen Auktionspreis des nächstgelegenen Auktionsplatzes für einen entsprechenden Zuchtbullen der Rasse und einer monatsgenauen Abschreibung auf den Schlachtwert für einen Altbullen. Auf Nachweis kann statt des aktuellen Auktionspreises auch der für den zu schätzenden Zuchtbullen tatsächlich gezahlte Auktions- oder Einkaufspreis entsprechend berücksichtigt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Auktionswert - ((erreichtes Lebensalter in Monaten - 16) × anW)


anW = ( Auktionswert - ( SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. E-P Bullenfleisch)) ÷ 36 Monate


2.4


Die Schätzwertermittlung von im Herdbuch einer amtlich anerkannten Zuchtorganisation eingetragenen Bullenmüttern mit entsprechenden Verträgen, die vor dem Tag des Seuchenverdachts geschlossen wurden, erfolgt in Absprache mit dem jeweiligen Zuchtverband. Hierbei sind neben dem zu schätzenden Tier auch der vorliegende Vertrag und die Vorgaben dieser Richtlinie zu berücksichtigen.


2.5


Bei der Schätzung ist neben dem Trägertier nach dieser Richtlinie auch der Embryo unter Berücksichtigung seines Entwicklungsstandes und der Abstammung sowie der Leistungserwartung in Absprache mit dem jeweiligen Zuchtverband zusätzlich zu bewerten.


2.6


Besonders wertvolle Zuchtrinder nach dieser Richtlinie sind Herdbuchtiere mit einer Benotung über 7/7/7 für die Merkmale Bemuskelung, Typ und Skelett bei Fleischrindern bzw. mit einer Exterieureinstufung von über 85 Punkten bei Milchrindern und einem relativen Gesamtzuchtwert von mehr als zwei Standardabweichungen über dem jeweiligen Rassemittel.


Die Einstufung, Benotung sowie Herdbucheintragung müssen vor dem Tag des Seuchenverdachts erfolgt sein. Bei Milchrindern beträgt der Exterieurzuschlag je erreichtem Punkt oberhalb von 85 Punkten sieben vom Hundert auf den Auktionswert für frisch abgekalbte Färsen der jeweiligen Rasse, höchstens jedoch 42 vom Hundert. Die Schätzung von Fleischrindern ist in Zusammenarbeit mit dem betreffenden Zuchtverband, bei dem das zu schätzende Tier eingetragen ist, unter Berücksichtigung der Vorgaben dieser Richtlinie durchzuführen.


Teil C
Schätzwertermittlung von Schweinen



Inhaltsübersicht:



1
Allgemeines


2
Schätzwertermittlung
2.1
Ferkel
2.1.1
Saugferkel am ersten Lebenstag
2.1.2
Saugferkel bis acht kg Lebendgewicht
2.1.3
Ferkel über acht kg bis 28 kg Lebendgewicht
2.1.4
Ferkel über 28 kg bis 35 kg Lebendgewicht
2.2
Schlachtschweine
2.2.1
Nicht schlachtreife Mastschweine
2.2.2
Schlachtreife Mastschweine
2.2.3
Sonstige Schlachtschweine
2.3
Zuchtschweine
2.3.1
Weibliche Zuchtläufer über 28 kg bis 100 kg Lebendgewicht
2.3.2
Jungsauen ab 100 kg bis zum 1. Wurf
2.3.3
Sauen 1. bis 6. Wurf
2.3.4
Sauen nach dem 6. Wurf
2.4
Gekörte Zuchteber 1. bis 3. Einsatzjahr


1


1.1
Zu den Zuchttieren im Sinne dieser Richtlinie gehören alle Tiere, die der Vermehrung bzw. Bestandsergänzung dienen.


1.2
Das Lebendgewicht (LG) der zu schätzenden Schweine ist amtlich festzustellen. Bei Einzeltierschätzungen ist das jeweilige Einzelgewicht, bei Gruppenschätzungen das der betreffenden Gruppe zu ermitteln. Im Fall von Bestandsschätzungen sind mindestens die Gewichte aller Ferkel, Schlachtschweine, weiblichen Zuchtschweine und gekörten Zuchteber getrennt zu ermitteln.


1.3
Der jeweilige Schlachtwert ist Grundlage für die Schätzwertermittlung. Basis hierfür sind die im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg (Bbl) veröffentlichten amtlichen Preisfeststellungen für Niedersachsen/Bremen nach der 1. Fleischgesetz-Durchführungsverordnung (1. FIGDV) vom 12. November 2008 (BGBl. I S. 2186) in der jeweils gültigen Fassung. Die Handelsklasse S-P (insg.) (Hkl. S-P) ist für Mastschweine bis 140 kg Lebendgewicht und die Handelsklasse M1 vollfl. (Hkl. M1) für alle anderen Schweine (Mastschweine über 140 kg Lebendgewicht, Sauen und Eber) zu berücksichtigen.


1.4
Die Schlachtreife für Mastschweine wird ab einem Lebendgewicht von 100 kg erreicht. Zur Umrechnung von Lebend- auf Schlachtgewichte bzw. von Schlacht- auf Lebendgewichte sind folgende Ausschlachtungswerte zugrunde zu legen:


80 vom Hundert bei nicht schlachtreifen und schlachtreifen Mastschweinen mit einem Lebendgewicht von bis zu 140 kg,


70 vom Hundert bei Mastschweinen über 140 kg Lebendgewicht, Sauen und Ebern.


1.5
Zu den sonstigen Schlachtschweinen zählen insbesondere Mastschweine mit einem Lebendgewicht von über 140 kg, Altsauen und Sauen mit einer Zwischenwurfzeit von mehr als 180 Tagen sowie gekörte Eber am Ende ihrer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung.


1.6
Grundlage für die Wertermittlung von Ferkeln ist der Durchschnitt der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Notierungen aller Erzeugergemeinschaften mit Grundpreisen auf der Basis eines Lebendgewichtes von 28 kg ( GPF).


1.7
Männliche Zuchtläufer sind bis zur Körung wie nicht schlachtreife Mastschweine ab 28 kg Lebendgewicht bzw. schlachtreife Mastschweine bis zu einem maximalen Lebendgewicht von 140 kg zu schätzen.


1.8
Für die Schätzwertermittlung bei Bestandsschätzungen kann für bereits zur Zucht bzw. Bestandsergänzung selektierte, aber noch nicht belegte weibliche Zuchtläufer bis zu einer Anzahl von maximal 20 vom Hundert des vorhandenen Sauenbestandes anteilig der Wert von Jungsauen nach Nummer 2.3.2 berücksichtigt werden.


1.9
Bei Sauen ist für den 1. bis 6. Wurf eine alters- und nutzungsbedingte Wertminderung (anW) in Ansatz zu bringen.


Die Wertminderung über die Dauer von sechs Würfen ergibt sich aus der Differenz des Wertes für eine Jungsau mit 125 kg Lebendgewicht zum Schlachtwert einer Altsau aus dem veröffentlichten Schlachtgewicht und der Preisnotierung der Handelsklasse M1. Dividiert durch die vorstehende Anzahl Würfe ergibt sich die Wertminderung je Wurf. Im Fall von Bestandsschätzungen ist, sofern keine betrieblichen Daten vorliegen, von einer durchschnittlichen Anzahl von vier Würfen je Sau auszugehen.


1.10
Für nachgewiesene Trächtigkeiten ab dem 28. Tag nach der Belegung kann ein Zuschlag (Tz) gewährt werden. Dieser berechnet sich aus 80 vom Hundert des anteiligen Wertes eines frisch geborenen Saugferkels nach Nummer 2.1.1 multipliziert mit dem Faktor 15 bei erstmaliger und dem Faktor 16 bei weiteren Trächtigkeiten sowie unter Berücksichtigung der erreichten Tragezeit in Tagen. Die Dauer der Tragezeit wird mit 115 Tagen festgesetzt. Im Fall von Bestandsschätzungen ist, sofern keine betrieblichen Daten vorliegen, von einer durchschnittlichen Tragezeit von 40 Tagen je Sau auszugehen.


1.11
Bei gekörten und in ständigem Zuchteinsatz befindlichen Ebern im 1. bis 3. Einsatzjahr nach der Körung durch eine amtlich anerkannte Zuchtorganisation, ist eine alters- und nutzungsbedingte Wertminderung (anW) in Ansatz zu bringen. Die Wertminderung ergibt sich aus der Differenz der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Notierung für Natursprungeber der Zuchtorganisation German Genetic oder einer entsprechenden oder vergleichbaren Rasse zum Schlachtwert eines Ebers aus dem veröffentlichten Schlachtgewicht und der Preisnotierung der Handelsklasse M1. Dividiert durch die Anzahl der Tage der vorstehenden Einsatzjahre (1095 Tage) ergibt sich die Wertminderung je Zuchteinsatztag. Sofern keine entsprechenden Nachweise vorliegen, ist von einem durchschnittlichen Ersteinsatzalter von sieben Lebensmonaten auszugehen.


2


2.1


2.1.1


Der Schätzwert für ein frisch geborenes Ferkel am ersten Lebenstag mit einem Geburtsgewicht von durchschnittlich 1,2 kg entspricht 45 vom Hundert des Durchschnittswertes der veröffentlichten Grundpreise nach Nummer 1.6.


Berechnungsformel:


Schätzwert = 0,45 × GPF


2.1.2


Der Schätzwert ergibt sich aus dem Wert für ein Saugferkel am ersten Lebenstag nach Nummer 2.1.1 zuzüglich einem durch lineare Interpolation ermittelten Preis für das Mehrgewicht. Die Interpolation erfolgt auf den Wert eines Ferkels mit einem Lebendgewicht von acht kg. Der Schätzwert für ein Ferkel (26. Lebenstag) mit einem Lebendgewicht von durchschnittlich acht kg entspricht 67 vom Hundert des Durchschnittswertes der veröffentlichten Grundpreise nach Nummer 1.6.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = (0,45 × GPF) + (LG Schätztier kg – 1,2 kg) × Wertzuwachs/kg LG


Wertzuwachs/kg LG = (0,67 × GPF – 0,45 × GPF) × 6,8 kg


Wert 8 kg Ferkel = 0,67 × GPF


2.1.3


Der Schätzwert ergibt sich aus dem Wert für ein Ferkel mit acht kg Lebendgewicht nach Nummer 2.1.2 zuzüglich einem durch lineare Interpolation ermittelten Preis für das Mehrgewicht. Die Interpolation erfolgt auf den Durchschnittswert der veröffentlichten Grundpreise nach Nummer 1.6.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = (0,67 × GPF) + (LG Schätztier kg – 8,0 kg) × Wertzuwachs/kg LG


Wertzuwachs/kg LG = ( GPF – 0,67 × GPF) ÷ 20 kg


2.1.4


Erfolgt der Verkauf der Ferkel in reinen Ferkelerzeugerbeständen kontinuierlich mit einem Lebendgewicht von 28 bis 35 kg, sind entsprechende Zuschläge für das Mehrgewicht über 28 kg zu berücksichtigen.


Der Schätzwert ergibt sich aus dem Wert für ein Ferkel mit 28 kg Lebendgewicht nach Nummer 1.6 zuzüglich der durchschnittlichen veröffentlichten Zuschläge je kg Mehrgewicht.


Berechnungsformel:


Schätzwert = GPF + (LG Schätztier kg – 28 kg) × Preis Mehrgewicht/kg


2.2


2.2.1


Der Schätzwert ergibt sich aus dem Wert für ein Ferkel mit 28 kg Lebendgewicht nach Nummer 1.6 zuzüglich einem durch lineare Interpolation ermittelten Preis für das Mehrgewicht. Die Interpolation erfolgt auf den Schlachtwert für schlachtreife Mastschweine nach Nummer 2.2.2 mit einem Lebendgewicht von 100 kg unter Berücksichtigung einer Ausschlachtung von 80 vom Hundert und multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse S-P.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = GPF + (LG Schätztier kg – 28 kg) × Wertzuwachs/kg LG


Wertzuwachs/kg LG = (Wert Mastschwein 100 kg – GPF) ÷ 72 kg


2.2.2


Der Schätzwert ergibt sich aus dem erreichten Lebendgewicht zwischen 100 kg und 140 kg unter Berücksichtigung einer Ausschlachtung von 80 vom Hundert und multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse S-P.


Berechnungsformel:


Schätzwert = LG Schätztier kg × 0,8 × not. Preis Bbl Hkl. S-P


2.2.3


Der Schätzwert ergibt sich aus dem erreichten Lebendgewicht unter Berücksichtigung einer Ausschlachtung von 70 vom Hundert und multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse M1. Berechnungsformel:


Schätzwert = LG Schätztier kg × 0,7 × not. Preis Bbl Hkl. M1


2.3


2.3.1


Der Schätzwert ergibt sich aus dem Wert für ein Ferkel mit 28 kg Lebendgewicht nach Nummer 1.6 zuzüglich einem durch lineare Interpolation ermittelten Preis für das Mehrgewicht. Die Interpolation erfolgt auf den Wert für eine leere Jungsau nach Nummer 2.3.2 mit einem Lebendgewicht von 100 kg.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = GPF + (LG Schätztier kg – 28 kg) × Wertzuwachs/kg LG


Wertzuwachs/kg LG = (Wert leere Jungsau 100 kg LG – GPF) ÷ 72 kg


2.3.2


Der Schätzwert für eine 100 kg schwere Jungsau ergibt sich unter Anlehnung an die öffentlich zugänglichen Preisermittlungen der Zuchtorganisationen und Erzeugergemeinschaften nach folgender Berechnungsformel. Bei Beständen, die nicht einer Zuchtorganisation oder einer Erzeugergemeinschaft angehören sowie in geschlossenen Systemen, ist bei der Schätzwertermittlung eine pauschale Minderung um 10 vom Hundert zu berücksichtigen.


Für Jungsauen mit einem Mehrgewicht bis 125 kg Lebendgewicht kann ein entsprechender Zuschlag (Mgz) unter Berücksichtigung einer Ausschlachtung von 80 vom Hundert und der notierte Preis der Handelsklasse S-P berücksichtigt werden.


Für nachgewiesene Trächtigkeiten ab dem 28. Tag ist nach Nummer 1.10 ein Zuschlag zu berücksichtigen.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = 100 kg LG × not. Preis Bbl Hkl. S-P + GPF + 3,00 € Impfgebühr + 110,00 € Zuchtzuschlag + gegebenenfalls Mgz + gegebenenfalls Tz


Mgz = (LG Schätztier kg – 100 kg) × 0,8 × not. Preis Bbl Hkl. S-P


Tz = 0,45 × GPF × 0,8 × 15 ÷ 87 Tage × (erreichte Trächtigkeitstage – 28 Tage)


2.3.3


Der Schätzwert für Sauen ab dem ersten bis zum sechsten Wurf wird auf der Grundlage des Wertes einer Jungsau nach Nummer 2.3.2 mit 125 kg Lebendgewicht und einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung auf den Wert einer Schlachtsau auf der Grundlage des veröffentlichten Schlachtgewichtes multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse M1 ermittelt. Die alters- und nutzungsbedingte Wertminderung ist nach jedem Wurf anteilig zu subtrahieren. Für nachgewiesene Trächtigkeiten ab dem 28. Tag ist ein Zuschlag nach Nummer 1.10 zu berücksichtigen. Bei Überschreiten einer stetigen Zwischenwurfzeit von 200 Tagen, sind diese Sauen ohne Zuschläge wie sonstige Schlachtschweine nach Nummer 2.2.3 zu schätzen.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Wert Jungsau 125 kg LG – Anzahl Würfe × anW je Wurf + gegebenenfalls Tz


anW je Wurf = (Wert Jungsau 125 kg LG - SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. M1) ÷ 6


Tz = 0,45 × GPF × 0,8 × 16 ÷ 87 Tage × (erreichte Trächtigkeitstage – 28 Tage)


2.3.4


Der Schätzwert für Sauen nach dem sechsten Wurf wird auf der Grundlage des festgestellten Lebendgewichtes unter Berücksichtigung einer Ausschlachtung von 70 vom Hundert multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse M1 ermittelt. Für nachgewiesene Trächtigkeiten ist ein Zuschlag nach Nummer 1.10 zu berücksichtigen.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = LG Schätztier kg × 0,7 × not. Preis Bbl Hkl. M1 + gegebenenfalls Tz


Tz = 0,45 × GPF × 0,8 × 16 ÷ 87 Tage × (erreichte Trächtigkeitstage – 28 Tage)


2.4


Der Schätzwert für gekörte Eber im ersten bis dritten Einsatzjahr wird auf der Grundlage der im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg veröffentlichten Notierungen für Natursprungeber der German Genetic (Ne) und einer alters- und nutzungsbedingten Wertminderung auf den Wert eines Schlachtebers auf der Grundlage des veröffentlichten Schlachtgewichtes multipliziert mit dem notierten Preis der Handelsklasse M1 ermittelt. Die alters- und nutzungsbedingte Wertminderung ist tagesgenau anteilig zu subtrahieren. Das Ersteinsatzalter wird mit 210 Tagen festgesetzt. Auf Nachweis kann statt des notierten Preises im Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg auch der für den zu schätzenden Zuchteber tatsächlich gezahlte Einkaufspreis entsprechend berücksichtigt werden.


Berechnungsformeln:


Schätzwert = Ne – (Alter Schätztier in Tagen – 210 Tage) × anW


anW = (Ne – SG Bbl × not. Preis Bbl Hkl. M1) ÷ 1095 Tage


Inkrafttreten, Außerkrafttreten



Diese Richtlinie tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Gleichzeitig werden die  Richtlinie über die Ermittlung des gemeinen Wertes von Schweinen vom 24. Oktober 1997 – V 482 a – 7280.11 – (Amtsbl. Schl.-H. S. 508)1) und die Richtlinie über die Ermittlung des gemeinen Wertes von zum Tierseuchenfonds meldepflichtigen Tieren vom 19. Juni 2013 - V 354 - 7280.317 - (Amtsbl. Schl.-H. S. 487)2) aufgehoben.





 


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