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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus
Erlassdatum:04.12.2018
Fassung vom:04.12.2018
Gültig ab:01.01.2019
Gültig bis:31.12.2021
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:6666.12
 

Zum Hauptdokument : Richtlinie über die Vergabe von Fördermitteln für das Programm "HAYATI - Hindernisse beseitigen, Integration ermöglichen" (Komponente B)



Anlage



der Richtlinie über die Vergabe von Fördermitteln für das Programm „HAYATI – Hindernisse beseitigen, Integration ermöglichen“ (Komponente B):



Maßnahmeninhalte Komponente B
(Individuelle Anleitung der Teilnehmerinnen und Kinderbeaufsichtigung)



Der Fokus der Komponente ist auf den Abbau von individuellen Beschäftigungsbarrieren sowie auf Sprach- und Kulturvermittlung gerichtet. Wesentliches Element – neben der Kinderbeaufsichtigung - ist das individuelle Coaching und Training. Dieses ist am Förderbedarf der einzelnen Teilnehmerin auszurichten und mit dem Gruppenangebot zu verzahnen.



Das Gesamtkonzept des Bildungsträgers sollte möglichst folgende Inhalte der Komponente B berücksichtigen:



1.
Durchführung eines auf den deutschen Arbeitsmarkt und den individuellen Bedarfen ausgerichteten Einzelcoachings und Trainings der Teilnehmerinnen (parallel zur Gruppenarbeit bzw. im Anschluss)


Durch die Anleitung auf Basis der Standortbestimmung (Komponente A) sollen die Kompetenzen und persönlichen Stärken und Ressourcen der Teilnehmerinnen mobilisiert und Unterstützungsbedarfe identifiziert, Förderangebote aufgezeigt werden. Die Teilnehmerinnen sollen sich mit ihrer persönlichen Lebensplanung und den vorhandenen Optionen beruflicher Bildung auseinandersetzen und den Möglichkeiten und Chancen beruflicher Qualifizierung und Entwicklung bewusst werden.


2.
Vermittlung erster berufsorientierter Sprachkenntnisse


Das Sprachtraining soll die Teilnehmerinnen auf ihrem Weg in den Integrationskurs stärken, mit Grundvokabular aus der Arbeitswelt und aus verschiedenen Berufsfeldern vertraut machen und ihnen einen ersten Einblick in mögliche Gesprächssituationen im beruflichen Umfeld geben. Je nach Bedarf können individuelle erste Bewerbungsunterlagen oder ein Lebenslauf erstellt werden. Die Sprachvermittlung soll das allgemeine Sprachvermögen der Teilnehmerinnen berücksichtigen und darauf aufbauen (Gruppen- und/oder Einzelarbeit, auch durch Einsatz Sprach- und Kulturmittler). Abhängig vom individuellen Einstiegssprachniveau ist der Sprachstandserhalt oder das Erreichen des A2 Niveaus wünschenswert, um den Teilnehmerinnen das Absolvieren des anschließenden Integrationskurses zu erleichtern.


3.
Vermittlung des Grundsatzes der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an der deutschen Arbeits- und Lebenswelt


Die Teilnehmerinnen sollen sich mit den geschlechtsspezifischen Rollenbildern und ihren entsprechenden Erwartungen und denen der Gesellschaft befassen, ihren eigenen Standort bestimmen. Sie sollen einen ersten Einblick in den beruflichen Alltag verschiedener Berufsfelder erhalten, wobei auch geschlechtsuntypische Berufsbilder vorzustellen sind, zum Beispiel Berufe aus dem gewerblich-technischen Bereich. Nach Möglichkeit sollen hier weibliche Vorbilder mit Migrationshintergrund eingesetzt und beispielsweise bei einem Betriebsbesuch kennengelernt werden, um den Teilnehmerinnen die Rolle der (arbeitenden) Frau zu verdeutlichen. Bei diesen Informationen ist Gruppen- und/oder Einzelarbeit auch auf die Spezifika der Teilnehmerinnengruppe einzugehen (z.B. bisherige Tätigkeit/Zielberuf/Zieltätigkeit).


4.
Training des Mobilitätsverhaltens der Teilnehmerinnen, Alltagsbegleitung und Vermittlung des Umgangs mit behördlichen Strukturen


Mobilitätsverhalten soll mit den Teilnehmerinnen erprobt und gestärkt und evtl. Mobilitätshemmnisse abgebaut werden. Durch bedarfsgerechte Alltagsberatung/begleitung soll Unterstützung gegeben werden, die sich positiv auf den anschließenden Besuch des Integrationskurses auswirkt, wie beispielsweise Hilfe bei familiären Problemen oder Betreuungsfragen. Auch sollen lokale Unterstützungs- und Bildungsangebote wie beispielsweise Beratungsstellen, Sport- und Spielmöglichkeiten, Büchereien u.ä. kennengelernt werden (Gruppen- und/oder Einzelarbeit).


Die Teilnehmerinnen sollen behördliche Strukturen und Verfahren sowie den Umgang mit Rechten und Pflichten kennenlernen bzw. vertiefen und die Kommunikation mit Ansprechpartnern in den Behörden proben.


5.
Kinderbeaufsichtigung und Kinderbetreuung


Die ansonsten unbeaufsichtigten Kinder der Teilnehmerinnen sind während der Maßnahme zu beaufsichtigen (vgl. Ziffer 5.4 der Richtlinie HAYATI).


Für die anderen, zu betreuenden Kinder der Teilnehmerinnen sind die Teilnehmerinnen bei der Organisation einer qualitätsgesicherten Kinder-Regelbetreuung während der Maßnahme zu unterstützen. Diese Unterstützungsleistung beinhaltet die aktive Kontaktaufnahme zu beispielsweise Tagespflegeeinrichtungen, Großtagespflegestellen, zugelassenen Tagespflegepersonen, Kindertagesstätten oder die Begleitung der Frauen zum ersten Termin in der Kinderbetreuungseinrichtung. Ziel ist eine verlässliche Kinderbetreuung für die Dauer der Maßnahme. Eine Kinderbetreuung in unmittelbarer Nachbarschaft zum Maßnahmeort ist anzustreben.

 


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