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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration
Erlassdatum:19.12.2018
Fassung vom:19.12.2018
Gültig ab:01.01.2019
Gültig bis:31.12.2023
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:2330.78
Soziale Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein; Bekanntmachung der Wohnraumförderungsrichtlinien (WoFöRL) - Anlage 6: Energetische Förderstandards und Mindestanforderungen

Zum Hauptdokument : Soziale Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein; Bekanntmachung der Wohnraumförderungsrichtlinien (WoFöRL)



Anlage 6



Energetische Förderstandards und Mindestanforderungen



I.


1.
(1) Die energetischen Förderstandards für Neubau, Sanierung und Modernisierung sind im Effizienzhaus SH-Standard definiert. Diese Definitionen sind Grundlage für die energetischen Mindestanforderungen (Teil II.), die an die verschiedenen Fördergegenstände gestellt werden.


Bei Effizienzhäusern im SH-Standard werden übermäßige reglementierende Berechnungsvorgaben vermieden und dementsprechend die gesamte energetische Nachweisführung deutlich vereinfacht.


Die Hauptanforderungen der Effizienzhaus SH-Standards orientieren sich an den Effizienzhaus-Standards, so wie sie die KfW zu den Förderprogrammen Energieeffizient Bauen/Energieeffizient Sanieren veröffentlicht, weisen aber Unterschiede in der Berechnungsmethodik auf.



EffizienzhausSH 115  

EffizienzhausSH 100  

EffizienzhausSH 85  

EffizienzhausSH 70  

EffizienzhausSH 55  

EffizienzhausSH 40  

EffizienzhausSH Plus  

QP   

115%

100%

85%

70%

55%

40%

55%(0%)

H’T

130%

115%

100%

85%

70%

55%

55%

Tabelle 1: Übersicht der Hauptanforderungen an Effizienzhäuser im SH-Standard


(2) Auf der Grundlage der geplanten Maßnahmen sind der Jahres-Primärenergiebedarf (QP) und der auf die wärmeübertragenden Umfassungsflächen des Gebäudes bezogene Transmissionswärmeverlust (H’T) zu berechnen. Die entsprechenden energetischen Kennwerte des Referenzgebäudes (QP REF,H’T REF) sind nach Anlage 1, Tabelle 1 (ohne Anwendung von Zeile 1.0) der EnEV zu ermitteln.


(3) Die errechneten Werte für den Jahres-Primärenergiebedarf (QP) und den Transmissionswärmeverlust (H’T) eines Effizienzhauses im SH-Standard darf im Verhältnis zu den jeweiligen Werten des entsprechenden Referenzgebäudes (QP REF,H’T REF) die in der Tabelle 1 angegebenen prozentualen Maximalwerte nicht überschreiten. Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust H’T bei Neubauprojekten nicht das 1,0fache und bei Modernisierungs- und Sanierungsprojekten nicht das 1,4fache der pauschalen Höchstwerte nach Anlage 1, Tabelle 2 der EnEV überschreiten.


2.
Besondere Berechnungsmethodik:


(1) Grundlage der Berechnung in Bezug auf die energietechnischen Förderstandards ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) in der jeweiligen Fassung.


(2) Bei Bestandsgebäuden nach EnEV §9 können die Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestands (BMVBS/BBSR) verwendet werden, so auch die dort beschriebenen Vereinfachungen beim geometrischen Aufmaß im Rahmen der Gebäudebilanzierung.


(3) Erfolgt die Wärmeversorgung über Nah- bzw. Fernwärme ist als Primärenergiefaktor für das Wärmenetz der Tabellenwert nach DIN 4701-10/A1 bzw. DIN V 18599 anzusetzen. Abweichungen hiervon sind nur möglich, wenn ein gutachterlich bestätigter Primärenergiefaktor nachgewiesen wird.


(4) Beim energetischen Standard “ EffizienzhausSH Plus“ sind bei QP zusätzliche Anforderungen in Bezug auf den Einsatz regenerativer Energien zu beachten (primärenergetisches Plus durch regenerativ gewonnenen Strom). Diese sind beispielsweise der im Downloadbereich der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE//eV) eingestellten Definition zum Standard “EffizienzhausSH Plus“ zu entnehmen.


3.
Anforderungen an die Heizungsanlage:
(1) Heizungsanlagen sind zur Wärme- und Warmwasserversorgung als bedarfsgerechte, energiesparsame sowie ressourceneffiziente Systeme anzulegen und darauf auszurichten, einen möglichst hohen Anteil regenerativer Energien zu nutzen. Die Berechnungsnachweise sind nach DIN V 4701-10 bzw. DIN V 18599 zu führen.


(2) Fördermaßnahmen sind grundsätzlich ausgeschlossen, wenn fest installierte elektrische Widerstandsheizungen (Nachtspeicherheizung oder elektrische Direktheizung) vorhanden sind, bzw. eingebaut werden sollen. Bei Modernisierungen können Ausnahmen im Einzelfall geprüft werden.


(3) Anlagen zur dezentralen elektrischen Warmwassererzeugung sind dann zulässig, wenn sie elektronisch geregelt und energieeffizient sind.


(4) Bei Effizienzhäusern im SH-Standard ist grundsätzlich ein hydraulischer Abgleich durchzuführen, zu dokumentieren und im Bedarfsfall nachzuweisen.


4.
Anforderungen an die Luftdichtheit des Gebäudes:
Es ist auf eine möglichst luftundurchlässige Ausführung der gesamten Gebäudehülle zu achten. Die Luftdichtheit der Gebäudehülle muss für Effizienzhäuser im SH-Standard messtechnisch bestimmt und nachgewiesen werden. Der nach DIN EN 13829:2001-02 bei einer Druckdifferenz zwischen Innen und Außen von 50 Pascal gemessene Volumenstrom soll, bezogen auf das beheizte Luftvolumen, im Neubau bei einzelnen Wohnungen oder Reihenhäusern als Vermietungsobjekte den Grenzwert von 1,5 (1/h), im Übrigen den Grenzwert von 1,0 (1/h) nicht überschreiten. Bei Sanierungen oder Modernisierungen sind die Grenzwerte gemäß Anlage 4 der EnEV einzuhalten.
Die Prüfung soll von einer Institution durchgeführt werden, die mindestens durch eine Person beim Fachverband für Luftdichtheit im Bauwesen (FLIB) zertifiziert und Mitglied ist. Das Ergebnis der Prüfung ist der Bewilligungsstelle zur Bewertung vorzulegen.


5.
Anforderungen an die Lüftung des Gebäudes:
In den Förderobjekten mit energetischen Förderstandards für Neubau und Sanierung ist grundsätzlich ein System zur definierten Be- und Entlüftung zu installieren. Bei Modernisierungen ist die Notwendigkeit lüftungstechnischer Maßnahmen insbesondere bei der Umsetzung hoher energetischer Standards zu prüfen.


6.
Ausnahmen:
Förderobjekte, die die energetischen Förderstandards für Neubau, für Sanierung und für Modernisierung nicht in dem erforderlichen Effizienzhaus SH-Standard bzw. einzelne Anforderungen nicht in einem angemessenen wirtschaftlichen Investitionsrahmen erreichen können, werden gefördert, wenn sie einen geringeren aber nicht deutlich schlechteren als den nach in Teil II. aufgeführten energetischen Standard erreichen. Ausschlaggebend ist die Bewertung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE//eV).


II.


Folgende Mindestanforderungen gelten für die Fördergegenstände nach WoFöRL:



1)
Mietwohnungen im 1. und 2. Förderweg sowie Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende (Abschnitt V. Nummer 1, 2, 4, 5, 6 und 7 WoFöRL):


Neubau und Ersterwerb (gilt ebenso für Abschnitt V. Nummer 3 WoFöRL – Inselförderung)

EffizienzhausSH 70 (inkl. Lüftungsanlage)

(Die Umsetzung eines höheren energetischen Standards berechtigen einen Korrekturzuschlag zu den Grundkosten nach Abschnitt V. Nummer 1.2 Abs. 1 WoFöRL.)



Sanierung und sanierungsgleiche Erweiterung

EffizienzhausSH 85 (inkl. Lüftungsanlage) oder

EffizienzhausSH 115 mit Wohnwertverbesserungen



Modernisierung und modernisierungsgleiche Erweiterung

EffizienzhausSH 115 bzw.

gesetzlicher Standard der EnEV bei Dachgeschossausbau und Gebäudeaufstockung; für die bestehenden Wohnungen des Objekts Beachtung der Angemessenheitskriterien nach Anlage 7



Teilmodernisierung

keine energetischen Mindestanforderungen



2)
Eigentumsmaßnahmen (Abschnitt V. Nummer 10 WoFöRL)


EffizienzhausSH Plus:
- Berechtigung für Zinssatz 1% p.a. bei Eigentumsmaßnahmen im Neubau


EffizienzhausSH 55:
- Berechtigung für Zinssatz 1,50% p.a. bei Eigentumsmaßnahmen im Neubau


EffizienzhausSH 70:
- Berechtigung für Zinssatz 2 % p.a. bei Eigentumsmaßnahmen im Neubau


EffizienzhausSH 85:
- Berechtigung für Zinssatz 1 % p.a. bei Erwerbsmaßnahmen von bestehendem Wohnbestand in der Eigentumsförderung


EffizienzhausSH 100:
- Berechtigung für Zinssatz 1,50 % p.a. bei Erwerbsmaßnahmen von bestehendem Wohnbestand in der Eigentumsförderung


EffizienzhausSH 115:
- Berechtigung für Zinssatz 2 % p.a. bei Erwerbsmaßnahmen von bestehendem Wohnbestand in der Eigentumsförderung




 


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