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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
Erlassdatum:04.09.2006
Fassung vom:26.04.2019
Gültig ab:13.05.2019
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:7911.75
 

Zum Hauptdokument : Erklärung zu Europäischen Vogelschutzgebieten in Schleswig-Holstein sowie Auswahl von nach Artikel 4 Absatz 1 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates (FFH-Richtlinie) zu benennenden Gebieten



Erhaltungsziele für das als Vogelschutzgebiet und als
Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung benannte
Gebiet DE 1830-301 "NSG Neustädter Binnenwasser"

1
 Erhaltungsgegenstand
Das Gebiet ist für die Erhaltung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie und für die Erhaltung folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume
a)
von besonderer Bedeutung: (*: prioritärer Lebensraumtyp)

1140

Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt

1150*

Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)

1330

Atlantische Salzwiesen (Glaucopuccinellietalia maritimae)


(hier: Salzgründland der Ostsee mit Salzschwadenrasen)

6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden und Lehmboden (Eu-Molinion)

9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)

b)
von Bedeutung: (fett: Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie; B: Brutvögel; R: Rastvögel)

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation vom Typ Magnopotamion oder Hydrocharition

Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) (B)
Eisvogel (Alcedo atthis) (B)
Rohrweihe (Circus aeruginosus) (B)
Singschwan (Cygnus cygnus) (R)
Neuntöter (Lanius collurio) (B)
Gänsesäger (Mergus merganser) (B)
Mittelsäger (Mergus serrator) (B)
Schwarzkehlchen (Saxicola torquata) (B)
Rotschenkel (Tringa totanus) (B)
2
Erhaltungsziele 
2.1
Übergreifende Ziele
Erhaltung eines großräumig naturnahen Ostsee-Brackwasserlagunen-Gebietes mit offener Meeresverbindung, Windwatten, Brackröhrichten, unterschiedlich salinar beeinflussten, beweideten und gemähten Grünlandflächen, Waldpartien, naturnahen Brack- und Süßgewässern und unbeeinträchtigtem landseitigen Süßwasserzufluss.
Neben den besonderen Pflanzengesellschaften der Salzwiesen beherbergt das Gebiet eine artenreiche Brutvogelwelt, die sich vor allem aus Wasser-, Strand- und Wiesenvögeln zusammensetzt. Außerhalb der Brutzeit ist das Binnenwasser und die zugehörigen Umgebungsbereiche Nahrungs- und Rastplatz für Wasservögel nationaler Bedeutung im Sinne der Ramsar-Konvention.
2.2
Ziele für Lebensraumtypen von besonderer Bedeutung
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Ziffer 1 a genannten Lebensraumtypen. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

1140

Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt

Erhaltung
der weitgehend natürlichen Morphodynamik des Bodens,
der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Verhältnisse und Prozesse,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen der Watten und Priele.

1150*

Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)

Erhaltung
vom Meer beeinflusster ausdauernd oder zeitweise vorhandener Gewässer und deren Verbindungen zur Ostsee,
der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerverhältnisse und Prozesse sowie der hydrologischen Bedingungen in der Umgebung der Gewässer,
der prägenden Sediment-, Strömungs- und Wellenverhältnisse im Küstenbereich sowie der durch diese bewirkten Morphodynamik,
weitgehend störungsfreier Küstenabschnitte,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen v.a. der ökologischen Wechselwirkungen mit amphibischen Kontaktlebensräumen wie Salzwiesen, Stränden, Hochstaudenfluren, Röhrichten, Pioniergesellschaften und Mündungsbereichen.

1330

Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae)

Erhaltung
weitgehend natürlicher Morphodynamik des Bodens und der Bodenstruktur,
der Salzwiesen mit charakteristisch ausgebildeter Vegetation und ihrer ungestörten Vegetationsfolgen (Sukzession),
der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen (aperiodische Gezeitenwechsel) Verhältnisse und Prozesse,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen.

6410

Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)

Erhaltung
regelmäßig gepflegter/genutzter Pfeifengraswiesen typischer Standorte,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen,
der pedologischen und hydrologischen Verhältnisse (insbesondere Wasserstand), der standorttypischen und charakteristischen pH-Werte (hoher oder niedriger Basengehalt),
bestandserhaltender Pflege bzw. Nutzungsformen,
der oligotrophen Verhältnisse,
von Mosaikkomplexen mit anderen charakteristischen Lebensräumen (z.B. kalkreiche Niedermoore), der Kontaktgesellschaften (z.B. Gewässerufer) und der eingestreuten Sonderstandorte wie z.B. Vermoorungen, Versumpfungen.

9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)

Erhaltung
naturnaher Buchenwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite mit Edellaubholz im Gebiet,
natürlicher standortheimischer Baum- und Strauchartenzusammensetzung,
eines hinreichenden, altersgemäßen Anteils von Alt- und Totholz,
der bekannten Höhlenbäume,
der Sonderstandorte (z.B. Findlinge, Steilhänge) und der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
weitgehend ungestörter Kontaktlebensräume wie z.B. Brüche, Kleingewässer,
der weitgehend natürlichen Bodenstruktur.
2.3
Ziele für Lebensraumtypen und Arten von Bedeutung
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes des unter Ziffer 1 b genannten Lebensraumtyps sowie der Vogelarten und ihrer Lebensräume. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions

Erhaltung
natürlich eutropher Gewässer mit meist arten- und strukturreich ausgebildeter Laichkraut- und/oder Schwimmblattvegetation,
eines dem Gewässertyp entsprechenden Nährstoff- und Lichthaushaltes und sonstiger lebensraumtypischer Strukturen und Funktionen,
von amphibischen oder sonst wichtigen Kontaktlebensräumen wie Bruchwäldern, Nasswiesen, Seggenriedern, Hochstaudenfluren und Röhrichten und der funktionalen Zusammenhänge,
der Uferabschnitte mit ausgebildeter Vegetationszonierung,
der natürlichen Entwicklungsdynamik wie Seenverlandung, Altwasserentstehung und -vermoorung,
der den LRT prägenden hydrologischen Bedingungen in der Umgebung der Gewässer, insbesondere der Zuläufe,
der weitgehend natürlichen, weitgehend ungenutzten Ufer und Gewässerbereiche.
Arten des Feuchtgrünlandes und der Salzwiesen wie Rotschenkel
Erhaltung
weiträumiger strukturreicher Kulturlandschaften und natürlicherweise offenen sowie ungestörten Küstenheiden, Dünen und Salzwiesen,
einer extensiven Grünlandnutzung,
von großflächigen offenen und zusammenhängenden Grünlandbereichen mit hoher Bodenfeuchte, niedriger Vegetation und geringer Zahl von Vertikalstrukturen v.a. unbeweidete Salzwiesen und extensiv bewirtschaftetes Feuchtgrünland,
von hohen Grundwasserständen, kleinen offenen Wasserflächen, Blänken und Mulden und einer geringen Nutzungsintensität,
von störungsarmen Brutbereichen zwischen dem 1. April und 31. Juli.
Arten der Ostsee wie Mittelsäger
Erhaltung
von flachen Meeresbuchten,
von Inseln bzw. Halbinseln, Dünengebieten und Salzwiesen mit niedriger bis mittelhoher Vegetation als Brutplätze,
nahe gelegener Flachwasserbereiche als Nahrungsgebiete,
der Störungsarmut zwischen dem 15. April und 31. Juli,
von Möwenkolonien,
einer möglichst hohen Wasserqualität und -klarheit,
von störungsarmen Rast- und Überwinterungsgewässern wie marine Flachwasserzonen, Lagunen, Flussmündungen u.ä.
Arten der (Land-)Röhrichte, Weidengebüsche und Hochstauden wie Schilfrohrsänger und Rohrweihe
Erhaltung
von Schilfröhricht nasser Standorte in strukturell vielfältigem Umfeld mit Hochstaudenriedern, einzelnen Weidenbüschen und extensiv genutztem Grünland,
lückiger Schilfbestände mit langen Grenzlinien und mit zum Teil geringer Halmdichte,
eines ausreichend hohen Wasserstandes,
von naturnahen Bruthabitaten wie Röhrichten und Verlandungszonen in Niederungen sowie an Teichen und Seen,
von Verlandungszonen, Kleingewässern, extensiv genutztem Feuchtgrünland u.ä. als Nahrungsgebiete in der Umgebung der Brutplätze,
von Räumen im Umfeld der Bruthabitate, die weitgehend frei von vertikalen Fremdstrukturen wie z.B. Stromleitungen und Windkrafträder sind.
Arten der Seen, Fischteiche, Kleingewässer sowie Fließgewässer wie Eisvogel, Singschwan und Gänsesäger
Erhaltung
von Strukturen, die geeignete Brutmöglichkeiten für den Eisvogel bieten (z.B. Steilwände, Abbruchkanten, Wurzelteller umgestürzter Bäume),
geeigneter und störungsarmer Rast- und Überwinterungsgebiete für den Singschwan in der offenen Landschaft wie z.B. flache Binnenseen, Lagunen, Meeresbuchten, Überschwemmungsgebiete sowie Grünland- und Ackerflächen,
von möglichst ungestörten Beziehungen, insbesondere keine vertikalen Fremdstrukturen zwischen einzelnen Teilhabitaten im Gebiet wie Nahrungsgebieten und Schlafplätzen,
eines ausreichenden Höhlenangebotes in Gewässernähe, insbesondere in Altholzbeständen mit natürlichen Bruthöhlen,
einer möglichst hohen Wasserqualität und -klarheit,
der Störungsarmut zur Brutzeit des Gänsesägers zwischen dem 1. März und 31. Juli.
Arten der Waldränder, Lichtungen, Feldgehölze und Knicks wie Neuntöter
Erhaltung
von halboffenen, strukturreichen Landschaften mit natürlichen Waldsäumen, Knicks, Gehölzen und Einzelbüschen, insbesondere Dornenbüschen, als wichtige Strukturelemente (Ansitz- und Brutmöglichkeiten),
von extensiv genutztem Grünland.


 


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