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Vorschrift
Normgeber:Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
Erlassdatum:04.09.2006
Fassung vom:26.04.2019
Gültig ab:13.05.2019
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:7911.75
 

Zum Hauptdokument : Erklärung zu Europäischen Vogelschutzgebieten in Schleswig-Holstein sowie Auswahl von nach Artikel 4 Absatz 1 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates (FFH-Richtlinie) zu benennenden Gebieten



Erhaltungsziele für das als Vogelschutzgebiet und als
Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung benannte
Gebiet DE 1931-301 "Ostseeküste am Brodtener Ufer"

1
 Erhaltungsgegenstand
Das Gebiet ist für die Erhaltung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie und für die Erhaltung folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume
a)
von besonderer Bedeutung: (R: Rastvögel; *: prioritärer Lebensraumtyp)

1110

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser

1170

Riffe

1210

Einjährige Spülsäume

1220

Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände

1230

Atlantik-Felsküsten und Ostsee-Fels- und -Steilküsten mit Vegetation

2160

Dünen mit Hippophae rhamnoides

9110

Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)

9180*

Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion

Reiherente (Aythya fuligula) (R)
Blässhuhn (Fulica atra) (R)
Bergente (Aythya marila) (R)
Eiderente (Somateria mollissima) (R)
b)
von Bedeutung:

9190

alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur

2
 Erhaltungsziele
2.1
Übergreifende Ziele
Erhaltung eines der markantesten Steilufer der schleswig-holsteinischen Ostseeküste einschließlich der dynamischen Prozesse und der Lebensraumtypen der vorgelagerten Meeresbereiche. Weiterhin ist die Bedeutung der Steilküste als Koloniestandort für Uferschwalben sowie der Meeresbereiche als günstiger Nahrungslebensraum für Rastvögel sowie als möglichst störungsfreier Überwinterungslebensraum für Meeresenten zu erhalten.
2.2
Ziele für Lebensraumtypen und Vogelarten von besonderer Bedeutung
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Ziffer 1 a genannten Lebensraumtypen sowie der Vogelarten und ihrer Lebensräume. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

1110

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser

Erhaltung
der weitgehend natürlichen Bodenstruktur und Morphodynamik (Strömungs- und Sedimentverhältnisse) sowie sonstiger lebensraumtypischer Strukturen und Funktionen,
des biotopprägenden hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerzustandes.

1170

Riffe

Erhaltung
natürlicher, von mechanischer (anthropogener) Schädigung weitgehend freier und morphologisch ungestörter Bereiche des Meeresgrundes oder periodisch trockenfallender Flachwasserzonen mit Hartsubstraten wie Fels, Kreide, Findlingen, Steinen, natürlichen Muschelbänken und der zu Sandbänken vermittelnden Mischbestände,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen,
der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerverhältnisse und Prozesse sowie weiterer lebensraumtypischer Strukturen und Funktionen.

1210

Einjährige Spülsäume

1220

Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände

Erhaltung
der weitgehend natürlichen Dynamik an Küstenabschnitten mit Spülsäumen,
der natürlichen Überflutungen,
der weitgehend natürlichen Sediment- und Strömungsverhältnisse im Küstenbereich,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen,
der weitgehend natürlichen Dynamik ungestörter Kies- und Geröllstrände und Strandwalllandschaften,
der ungestörten Vegetationsfolge (Sukzession),
unbeeinträchtigter Vegetationsdecken.

1230

Atlantik-Felsküsten und Ostsee-Fels- und -Steilküsten mit Vegetation

Erhaltung
der biotopprägenden Dynamik der Fels- und Steilküsten mit den lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen,
der unbebauten und unbefestigten Bereiche ober- und unterhalb der Steilküsten zur Sicherung der natürlichen Erosion und Entwicklung,
der weitgehend natürlichen Sediment-, Strömungs- und Wellenverhältnisse vor den Steilküsten,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen.

2160

Dünen mit Hippophaee rhamnoides

Erhaltung
von Dünenkomplexen und -strukturen mit Sanddorngebüschen,
der Mosaikkomplexe mit anderen typischen und charakteristischen Lebensräumen bzw. eingestreuter Sonderstandorte wie z.B. Abbruchkanten, Feuchtstellen, Sandmagerrasen, Heideflächen,
der natürlichen Bodenentwicklung und der weitgehend ungestörten hydrologischen Verhältnisse,
der natürlichen Dünenbildungsprozesse,
der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen.

9110

Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)

9180*

Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion

Erhaltung
naturnaher Buchenwälder bzw. Laubmischwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standortypischen Variationsbreite im Gebiet,
natürlicher standortheimischer Baum- und Strauchartenzusammensetzung,
eines hinreichenden, altersgemäßen Anteils von Alt- und Totholz,
der bekannten Höhlenbäume,
der Sonderstandorte und Randstrukturen, z.B. Findlinge, Bachschluchten, nasse Senken, Steilhänge, Quellbereiche sowie der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
weitgehend ungestörter Kontaktlebensräume wie z.B. Brüche, Kleingewässer,
der weitgehend natürlichen lebensraumtypischen hydrologischen Bedingungen,
der weitgehend natürlichen Bodenstruktur.
Vogelarten der Nord- und Ostsee als Rast- und Nahrungsraum wie Reiherente, Blässhuhn, Bergente, Eiderente
Erhaltung
des Flachwasserbereiches als günstiger Nahrungslebensraum und als möglichst störungsfreier Überwinterungslebensraum vom 15. Oktober bis 15. April.
2.3
Ziele für den Lebensraumtyp von Bedeutung
Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes des unter Ziffer 1 b genannten Lebensraumtyps. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

9190

Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur

Erhaltung
naturnaher Eichenwälder in unterschiedlichen Altersphasen und Entwicklungsstufen und ihrer standorttypischen Variationsbreite im Gebiet,
natürlicher standortheimischer Baum- und Strauchartenzusammensetzung,
eines hinreichenden, altersgemäßen Anteils von Alt- und Totholz,
regionaltypischer Ausprägungen (Kratts),
der bekannten Höhlenbäume,
der Sonderstandorten (z.B. Findlinge, Bachschluchten, Steilhänge, Dünen) sowie der für den Lebensraumtyp charakteristischen Habitatstrukturen und -funktionen,
der weitgehend natürlichen Bodenstruktur,
eingestreuter Flächen, z.B. mit Vegetation der Heiden, Trockenrasen.


 


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