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juris-Abkürzung:KrummNatSchV SH 2013
Fassung vom:16.05.2018
Gültig ab:29.06.2018
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Schleswig-Holstein
Gliederungs-Nr:791-10-6
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“
Vom 22. Januar 2013

Anlage 2

zur Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“

1

Erhaltungsziele für die im Naturschutzgebiet „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“ befindlichen Teilbereiche der gesetzlich geschützten Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung DE-1532-391 „Küstenstreifen West- und Nordfehmarn“ und DE-1631-392 „Meeresgebiet der östlichen Kieler Bucht“

1.1

Erhaltungsgegenstand

Das Naturschutzgebiet „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“ ist für die Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung folgender Lebensraumtypen des Anhangs I und Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie

von besonderer Bedeutung: (* prioritäre Lebensraumtypen)

1110

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser

1140

Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt

1150*

Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)

1160

Flache große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen)

1210

Einjährige Spülsäume

1220

Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände

1310

Pioniervegetation mit Salicornia und anderen einjährigen Arten auf Schlamm und Sand (Quellerwatt)

1330

Atlantische Salzwiesen (Glauco-Pucinellietalia maritimae)

2120

Weißdünen mit Strandhafer Ammophila arenaria

2130*

Festliegende Küstendünen mit krautiger Vegetation

1351

Schweinswal (Phocoena phocoena)

1.2

Erhaltungsziele

1.2.1

Übergreifende Ziele

Ziel ist die Erhaltung der durch natürliche Küstendynamik entstandenen und außendeichs der natürlichen Entwicklung unterliegenden Strandwall- und Strandseenlandschaft, mit Lagunen, Strandwällen und großflächigen Dünenlandschaften in Verbindung mit Röhrichten, Grünlandflächen und Salzwiesen.

Das Naturschutzgebiet gehört zum größten und bedeutendsten zusammenhängenden Flachwassergebiet der westlichen Ostsee um Fehmarn mit Vorkommen des Schweinswals, das in seiner störungsfreien, natürlichen, dynamischen Entwicklung zu erhalten ist.

Ebenfalls zu erhalten sind die extremen Umlagerungen und überwiegend freiliegenden Sande des Flügger Sandes mit vielgestaltigem Benthal, unter anderem als Rastplatz für Meeresenten.

Für den Lebensraumtyp 2130* soll ein günstiger Erhaltungszustand im Einklang mit den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten wiederhergestellt werden.

1.2.2

Ziele für Lebensraumtypen und Arten von besonderer Bedeutung:

Ziel ist die Erhaltung oder gegebenenfalls Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter Nummer 1.1 genannten Lebensraumtypen und Art. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

1110

Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser (1631-392)

Erhaltung

-

der weitgehend natürlichen Bodenstruktur und Morphodynamik (Strömungs- und Sedimentverhältnisse) sowie sonstiger lebensraumtypischer Strukturen und Funktionen,

-

des biotopprägenden hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerzustandes.

1140

Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt (1532-391)

Erhaltung

-

der weitgehend natürlichen Morphodynamik des Bodens,

-

der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Verhältnisse und Prozesse,

-

der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen der Watten.

1150*

Lagunen des Küstenraumes (Strandseen) (1532-391)

Erhaltung

-

vom Meer beeinflusster ausdauernd oder zeitweise vorhandener Gewässer und deren Verbindungen zur Ostsee,

-

der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerverhältnisse und Prozesse und der hydrologischen Bedingungen in der Umgebung der Gewässer,

-

der prägenden Sediment-, Strömungs- und Wellenverhältnisse im Küstenbereich sowie der durch diese bewirkten Morphodynamik,

-

weitgehend störungsfreier Küstenabschnitte,

-

der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen vor allem der ökologischen Wechselwirkungen mit amphibischen Kontaktlebensräumen wie Salzwiesen, Stränden, Hochstaudenfluren, Röhrichten und Pioniergesellschaften.

1160

Flache große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen) (1631-392)

Erhaltung

-

der weitgehend natürlichen Morphodynamik des Bodens, der Flachwasserbereiche und der Uferzonen,

-

der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Gewässerverhältnisse und Prozesse,

-

der Biotopkomplexe und ihrer charakteristischen Strukturen und Funktionen mit zum Beispiel Riffen, Sandbänken und Watten,

-

der Seegraswiesen und ihrer Dynamik.

1210

Einjährige Spülsäume (1532-391)

1220

Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände (1532-391)

Erhaltung

-

der weitgehend natürlichen Sediment- und Strömungsverhältnisse im Küstenbereich,

-

der natürlichen Überflutungen,

-

der weitgehend natürlichen Dynamik an Küstenabschnitten mit Spülsäumen und an ungestörten Kies- und Geröllstränden und Strandwalllandschaften,

-

der ungestörten Vegetationsfolge (Sukzession),

-

unbeeinträchtigter Vegetationsdecken,

-

der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen.

1310

Pioniervegetation mit Salicornia und anderen einjährigen Arten auf Schlamm und Sand (Quellerwatt) (1532-391)

Erhaltung

-

der natürlichen Vorkommen der Quellerbestände aus Salicornia ramosissima.

1330

Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae) (1532-391)

Erhaltung

-

weitgehend natürlicher Morphodynamik des Bodens und der Bodenstruktur,

-

der Salzwiesen mit charakteristisch ausgebildeter Vegetation und ihrer ungestörten Vegetationsfolgen (Sukzession),

-

der weitgehend natürlichen hydrophysikalischen und hydrochemischen Verhältnisse und Prozesse,

-

der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen.

2120

Weißdünen mit Strandhafer Ammophila arenaria (1532-391)

Erhaltung

-

der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen,

-

der natürlichen Bodenentwicklung und der natürlichen Wasserstände in den Dünenbereichen,

-

der Mosaikkomplexe mit anderen charakteristischen Lebensräumen beziehungsweise eingestreuten Sonderstrukturen wie zum Beispiel Sandflächen, Silbergrasfluren, Sandmagerrasen oder Heideflächen,

-

der natürlichen Sand- und Bodendynamik,

-

vorgelagerter, unbefestigter Sandflächen zur Sicherung der Sandzufuhr,

-

der natürlichen Dünenbildungsprozesse.

2130*

Festliegende Küstendünen mit krautiger Vegetation (Graudünen) (1532-391)

Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung

-

reich strukturierter Graudünenkomplexe,

-

der Mosaikkomplexe mit anderen charakteristischen Lebensräumen beziehungsweise eingestreuter Sonderstandorte wie zum Beispiel Abbruchkanten, Feuchtstellen, Sandmagerrasen, Heideflächen,

-

der natürlichen Bodenentwicklung und der weitgehend ungestörten hydrologischen Verhältnisse,

-

der natürlichen Dünenbildungsprozesse,

-

der lebensraumtypischen Strukturen und Funktionen.

1351

Schweinswal „Phocoena phocoena“ (1631-392)

Erhaltung

-

von naturnahen Küstengewässern der Ostsee, insbesondere von produktiven Flachwasserzonen bis 20m Tiefe,

-

von störungsarmen Bereichen mit geringer Unterwasserschallbelastung,

-

der Nahrungsfischbestände, insbesondere Hering, Dorsch und Grundeln,

-

und Sicherstellung einer möglichst geringen Schadstoffbelastung der Küstengewässer.

2.

Erhaltungsziele für den im Naturschutzgebiet „ Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“ befindlichen Teilbereich des EG-Vogelschutzgebietes DE 1530-491 „Östliche Kieler Bucht“

2.1

Erhaltungsgegenstand

Das Naturschutzgebiet „Krummsteert-Sulsdorfer Wiek/Fehmarn“ ist für die Erhaltung folgender Vogelarten und ihrer Lebensräume

a)

von besonderer Bedeutung:

(fett: Arten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie ; B: Brutvögel; R: Rastvögel)

Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) (B)

Löffelente (Anas clypeata) R

Schnatterente (Anas strepera) R

Graugans (Anser anser) R

Rohrdommel (Botaurus stellaris)B

Rohrweihe (Circus aeruginosus) (B)

Mittelsäger (Mergus serrator) B

Kolbenente (Netta rufina) (B)

Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana) (B)

Zwergseeschwalbe (Sterna albifrons) B

Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) B

b)

von Bedeutung :

(fett: Arten des Anhang I der Vogelschutzrichtlinie ; B: Brutvögel; R: Rastvögel)

Säbelschnäbler (Recurvirostra avisetta) (B)

Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) B

Rotschenkel (Tringa totanus) B

2.2

Erhaltungsziele

2.2.1

Übergreifende Ziele für Vogelarten

Durch das ausgewählte Gebiet sind Küstengewässer mit außerordentlich hoher Bedeutung im internationalen Vogelzuggeschehen als möglichst störungsfreies Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Entenarten, als günstiger Nahrungslebensraum für Brut- und Rastvögel sowie als Brutlebensraum für Küsten- Wiesen- und Röhrichtvögel zu erhalten. Zusammen mit den übrigen Ostseegebieten hat es existentielle Bedeutung als Überwinterungsgebiet für (Meeres-)Enten.
Übergreifendes Ziel ist weiterhin die Erhaltung von unzerschnittenen Räumen, die weitgehend frei von vertikalen Fremdstrukturen wie z.B. Stromleitungen und Windkraftanlagen sind.

2.2.2

Ziele für Vogelarten

Ziel ist die Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes der unter 2.1 genannten Arten und ihrer Lebensräume. Hierzu sind insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Küstenvögel der Ostsee mit Kontaktlebensraum Strand, wie Löffelente, Schnatterente, Graugans, Mittelsäger, Säbelschnäbler, Zwerg-, Fluss- und Küstenseeschwalbe
Erhaltung

von störungsarmen, küstenfernen und küstennahen Flachwasserbereichen als Rast- und Überwinterungsgebiete vom 15.10. - 15.04., insbesondere geschützte Buchten, Strandseen, Lagunen (für (Meeres-)Enten),

der natürlichen geomorphologischen Küstendynamik und dadurch von vegetationsarmen Muschelschill-, Kies- und Sandflächen,

von Inseln bzw. Halbinseln, Dünengebieten und Salzwiesen mit niedriger bis mittelhoher Vegetation als Brutplätze; der Störungsarmut zwischen dem 15.04. - 31.07.; von Möwenkolonien; einer möglichst hohen Wasserqualität und -klarheit (für den Mittelsäger),

von Muschelbänken und einer artenreichen Wirbellosenfauna als wesentliche Nahrungsgrundlage für Meeresenten,

von Schlick- und Mischwattflächen zum Nahrungserwerb; von angrenzenden, vegetationsarmen Flächen mit einzelnen dichteren Pflanzenbeständen wie Salzwiesen, Strandseen und Nehrungshaken als Brutplätze (für den Säbelschnäbler),

naturnaher Sandstrände, Strandwälle, Nehrungshaken, Primärdünen und Lagunen sowie Salzwiesen, von kurzrasigen oder kiesigen Arealen; der Störungsarmut im Bereich der Brutkolonien; von klaren Gewässern mit reichen Kleinfischvorkommen im Umfeld der Brutkolonien (für Zwerg-, Fluss- und Küstenseeschwalbe).

Arten des Offenlandes vor allem Feuchtgrünland, Niedermoor, Salzwiesen, wie Rotschenkel
Erhaltung

offener Kulturlandschaften und der natürlicherweise offenen Küstenheiden, Dünen und Salzwiesen; einer extensiven Grünlandnutzung,

von offenen Landschaften mit nassen bis feuchten Flächen und relativ dichter aber nicht zu hoher Vegetation wie z.B. feuchte Brachflächen, Verlandungszonen, sumpfige Stellen im Kulturland und extensiv beweidetes Grünland, von hohen Grundwasserständen, kleinen offenen Wasserflächen wie Blänken und Mulden und einer geringen Nutzungsintensität,

großflächig offener und zusammenhängender Grünlandbereiche mit hoher Bodenfeuchte, niedriger Vegetation und geringer Zahl von Vertikalstrukturen v.a. unbeweidete Salzwiesen und extensiv bewirtschaftetes Feuchtgrünland,

von hohen Grundwasserständen, kleinen offenen Wasserflächen wie Blänken und Mulden und einer geringen Nutzungsintensität, v.a. in Verbindung mit Grünland,

von störungsarmen Brutbereichen zwischen dem 01.04. - 31.07..

Arten der Seen, Teiche und Kleingewässer, wie Rohrdommel, Kolbenente
Erhaltung

von großflächigen und wasserständigen Altschilfbeständen ohne oder mit nur gelegentlicher Schilfmahd; eines möglichst störungsfreien Umfeldes der Brutplätze im Zeitraum vom 01.03. - 31.07.; hoher Grundwasserstände (Rohrdommel),

störungsarmer Strandseen mit reicher Verlandungs- und Ufervegetation und baumfreien, aber mit ausreichend hoher Vegetation bedeckten Inseln als Neststandort; von Sturm- und Lachmöwenkolonien; von ruhigen, pflanzenreichen Flachwasserbuchten als wichtigstem Nahrungshabitat; eines ausreichend hohen und während der Brutzeit weitgehend konstanten Wasserstandes; der Wasserqualität und damit der Vorkommen von Laichkräutern und Armleuchteralgen als wesentlicher Nahrungsgrundlage (Kolbenente).

Arten der (Land-)Röhrichte, Weidengebüsche und Hochstauden, wie Schilfrohrsänger, Rohrweihe und Tüpfelsumpfhuhn
Erhaltung

von Schilfröhricht nasser Standorte in strukturell vielfältigem Umfeld mit Hochstaudenriedern, einzelnen Weidenbüschen und extensiv genutztem Grünland; lückiger Schilfbestände mit langen Grenzlinien und mit z.T. geringer Halmdichte, eines ausreichend hohen Wasserstandes (Schilfrohrsänger),

von naturnahen Bruthabitaten wie Röhrichten und Verlandungszonen in Niederungen sowie an Teichen und Strandseen; von Verlandungszonen, Kleingewässern, extensiv genutztem Feuchtgrünland u. ä. als Nahrungsgebiete in der Umgebung der Brutplätze (Rohrweihe),

von Feuchtgebieten, die Nassflächen mit niedrigem Wasserstand und dichter Vegetation aufweisen, z.B. Verlandungsgesellschaften, Röhrichte, Großseggenrieder, Nasswiesen sowie eines über die Brutzeit konstanten, ausreichend hohen Wasserstandes (Tüpfelsumpfhuhn),

einer extensiven Nutzung von Grünlandsstandorten.


 



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